Söder wird Kanzlerkandidat

Söder wird Kanzlerkandidat

Noch ist die Frage nach dem nächsten Kanzlerkandidaten der Union offen. Eine gute Figur abgeben würde in jedem Fall jedoch Markus Söder von der CSU.

Wir sind eine Familie

Am vergangenen Samstag berichtet die Süddeutsche Zeitung sowohl über die genetische Verwandtschaft aller Menschen zueinander als auch über den CDU-Parteitag. Die Überschriften „Eine Familie“ und „Die Machtfrage“ kann man auch sehr schön in einen Zusammenhang stellen. Als Gastredner auf dem Parteitag der CDU war nämlich der bayrische Ministerpräsident und CSU-Parteivorsitzende Markus Söder geladen. Sein Auftritt erfolgte außer Konkurrenz, aber in gewisser Weise gab es schon fast eine Bewerbungsrede von ihm zu hören. Als möglicher Kanzlerkandidat kommt er in Frage, weil CDU und CSU als „Union“ quasi eine Parteifamile sind.

Was die K-Frage angeht, ist innerhalb der CDU noch nichts entscheiden. Klar dürfte nur sein, dass sich Friedrich Merz ziemlich übel verkauft hat. Vorab gab es große Töne von ihm zu hören. Bis hin zur Aussage, die Bundesregierung sei „grottenschlecht“ — die schließlich von seiner Partei mitgetragen wurde.

Für Leipzig kündigte er eine große Rede an. Tatsächlich war es nur ein maues Lüftchen, das Nichtmal die Tagesordnung durcheinanderbrachte. De facto knickte er ein, was insbesondere für seine Anhänger ziemlich enttäuschend gewesen sein muss. Die SZ schrieb dazu, in Leipzig habe es eine Überlebende, einen Verlierer und einen lachenden Dritter geben. Und der war ganz eindeutig der Gastredner Markus Söder.

Kanzler Markus Söder
Söder Kanzler? — Ach du Schreck!

Gut, besser, Söder?

Als Überlebende wurde die CDU-Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer bezeichnet. Sie stellte nebenbei die Machtfrage und navigierte damit Merz aus. Aber die erhaltene Zustimmung in Leipzig ist noch keine Garantie, dass nicht im nächsten Jahr innerhalb der CDU wieder die Messer gewetzt werden. Nur, wer soll und will dann Anspruch erheben, für die CDU als Kanzlerkandidat in den Ring zu steigen? Hier hat die CDU ebenso wenig unverbrauchte Gesichter wie die SPD.

Genau an dieser Stelle kommt Markus Söder ins Spiel. Nein, ich gehöre eindeutig nicht zu seinen Fans. Aber wenn ich mir das Personaltableau der CDU beziehungsweise der gesamten Union anschaue, dann wäre Söder sicher die beste Wahl. Seine frei gesprochene Rede soll eine deutliche politische Ansage gewesen sein, sogar mitreisenden. Balsam auf den Seelen der CDU-Delegierten. Ein Mann zum anlehnen, wie die ZEIT schrieb.

Vor allem jemand, der als Kanzlerkandidat Chancen haben würde. Über Bayern hinweg ist er den Wählerinnen und Wähler vermittelbar— was er vermutlich auch selber weiß. Geschickt grenzt er sich von der AfD ab und bedient sich aus dem Parteiprogramm der Grünen.

Für mich stellt sich die Frage: Wie schlimm wäre Söder als Kanzler? Politisch liege ich weiter von ihm weg als Bayern von NRW.

Trauerspiel SPD

Es gibt derzeit meiner Meinung nach jedoch bei der SPD keinen Kanzlerkandidaten, der die SPD zu einem Wahlsieg führen kann. Bei den Grünen ist noch etwas Luft nach oben, aber sie sind dennoch weit davon entfernt, einen eigenen Kandidaten ins Kanzleramt zu hieven.

Bleibt die Union. Dort gibt meiner Meinung nach Söder tatsächlich die beste Figur ab. Ich halte ihn auch dazu fähig, die AfD in ihre Schranken zu weisen und einen Erfolg von dieser Partei wie bei den letzten Landtagswahlen auf Bundesebene zu verhindern.

Wenn Söder als Kanzler der Preis wäre, um eine stabile Demokratie in Berlin zu erhalten— Ich würde ihn in Kauf nehmen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren