Urheberrecht ist beleidigend

Urheberrecht ist beleidigend

Für manche Menschen stellt das Urheberrecht eine persönliche Beleidigung dar. Aus verfügbaren Quellen bedienen sie sich ungehemmt ohne Skrupel.

Mach dich zum Affen

Gestern Abend gab es einen Moment beim Abendessen, wo ich mich fast verschluckte. Ich las eine deutsche „Rezension“ zu 1941: Race to Moscow, bei der mir einiges bekannt vorkam — Das lag eher nicht am Spiel. Trauriger Höhepunkt waren dann zwei Fotos von mir aus meiner Rezension. Phalanx Games hatte ich ein Nutzungsrecht für die Kickstarter-Kampagen eingeräumt, was natürlich keine Nutzung der Fotos Dritter mit einschließt. Das deutsche Urheberrecht ist hier im Übrigen ziemlich eindeutig, auch wenn nicht wenige Zeitgenossen gerade in sozialen Netzwerken das gerne übersehen.
Ich für meinen Teil wurde ziemlich sauer und hinterließ bei drei Facebook-Gruppen rund um das Thema Brettspiele einen ziemlich eindeutigen Kommentar.

Für manchen Rezensenten scheint es so was wie Urheberrecht nicht zu geben — die Erlaubnis, meine Bilder zu nutzen, hatte nur Phalanx Games.

Dazu gab es dann noch einen Link zu diesem befremdlichen Artikel.
Tja, und dann passiert, was ich nicht gerade selten erlebe. Jemand, der ertappt wird, verhält sich laut und ist davon überzeugt, im Recht zu sein. Für so was müsse man ja kein Fass aufmachen, eine private Nachricht hätte gereicht. Nein, eben nicht. Meiner Meinung sollte so was auch mal öffentlich diskutiert werden.

Urheberecht als Treppenleiter
Content auf dem Rücken anderer erzeugen

Plagiate, Urheberrecht und andere Dinge

Was das Urheberrecht bezüglich meiner Fotos betrifft, wurde diese auch recht schnell aus dem Artikel entfernt. In meinem folgenden Kommentar ließ ich dann die Bemerkung fallen, dass mir in dem Artikel doch einiges bekannt vorgekommen wäre. Zudem forderte ich dazu auf, Stellung zu nehmen, ob denn 1941: Race to Moscow überhaupt selber gespielt wurde. Die Antwort darauf:

ernsthaft? Sorry ich mache mir ehrlicherweise jetzt nichtmal mehr die Arbeit und schaue auf Deiner Seite nach, wie Du auf das schmale Brett kommst…

Spannende Sache, da ich bezüglich der Fremdfotos nicht geschrieben hatte, um welche genau es sich handelt. Das dann aus dem Artikel genau meine beiden entfernt wurden, ist sicher Zufall.

Jeder, der nicht ganz ungeschickt ist, kann sich im Netz selber einen Eindruck davon verschaffen, wie es um die Gemeinsamkeiten in meiner Rezension und dem hier absichtlich nicht verlinkten anderen Artikel bestellt ist.

Generell finde ich es eigenartig, über Spiele zu schreiben, die man nicht gespielt hat, dabei aber den Eindruck erweckt, sie ausgiebig getestet zu haben. Scheint für ein Phänomen in der deutschen Brettspielszene zu sein. Man kehrt auch gerne Dinge unter den Teppich, denn in einer Gruppe wurde mein Beitrag kommentarlos gelöscht.
Kommen wir aber mal vom Urheberrecht zur Arbeit, die ich mit meinen Rezensionen habe.

Hinter den Kulissen

So eine Brettspielrezension ist für mich mit einer Menge Arbeit verbunden. Aus diesem Grund erscheint auch nicht jede Woche eine, da mein Blog hier nicht darunter leiden soll. Hinzu kommt dann noch ziemlicher Stress, wenn es wie bei 1941: Race to Moscow einen engen, abgesprochenen Zeitplan für die Veröffentlichung der Rezension gibt.

Auf die Fotos der Spiele bin ich stolz, da sie einen ganz eigenen Look haben. Etwas zum Equipment hatte ich im Frühjahr mal zusammengeschrieben. Kommentare Dritter, die nicht mit der Thematik Urheberrecht zu tun haben, finde ich daher in solcher Form ziemlich daneben:

Oh man, sind die Bilder mit einer Polaroid Kamara aus den 50ern gemacht? Bei der Qualität hätte man drauf kommen können das die nicht vom Verlag sind. Andersrum würde ich aber auch nicht zugeben wollen das die von mir sind. Ein Teufelskreis

Auch hier wieder die neue deutsche Mentalität. Man macht sich über die Opfer auch noch lustig. Das auch noch passen fast zu meinem Jahrestag.

Natürlich könnte ich das ganze Thema auch noch aus der Perspektive Neid und Missgunst betrachten. Ehrlicherweise fehlt mir dazu aber heute die Kraft.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren