Windräder am Ende

Windräder am Ende

Wichtiger Bestandteil für Strom aus erneuerbaren Energien sind Windräder. Doch der Windenergie wird in Deutschland die Luft genommen.

Ende der Förderung

Ein wichtiger, wenn nicht sogar wesentlicher Baustein für die Energiewende und Deutschland ist die Stromerzeugung aus Windkraft. Doch um Windräder ist es nicht gut bestellt in unserem Land. Derzeit werden rund 13 Prozent des Stroms mithilfe von Windenergie erzeugt. Zum Bau und Betrieb der Anlagen gab es eine staatliche Förderung, die jedoch 2020 auslaufen wird. Ein nicht geringer Teil der Anlagen ist dann nicht mehr konkurrenzfähig in Bezug auf die Abnahme des erzeugten Stroms.

Hinzu kommen Anlagen, die bereits sehr lange in Betrieb sind und daher erneuert werden müssten. Sie trifft genau so wie Anlagen, die neu gebaut werden sollen, ein sich zunehmend verschärfender Streit. Hinter dem steckt das sogenannten Sankt-Florian-Prinzip. Klar möchte jeder grünen Strom, aber bitte nicht von Windenenergieanlagen, die mehr oder weniger im eigenen Garten stehen. Derzeit wird daher auf politischer Ebene sehr heftig über eine Mindestabstandsregel diskutiert. Die soll 1.000 Meter betragen — zum Teil wird auch 1.500 Meter in den Raum geworfen. Solche Anlage sind ja auch megagefährlich. Verschatten ganze Wohngebiete. Wenn es zum GAU kommt — ach ne, ist ja nur eine Windkraftanlage.

Windräder als Bereicherung
Windräder als Bereicherung

Mindestabstand für Windräder

Dieser Mindestabstand für Windräder macht mich verdammt sauer. Vor allem, wenn ich mir die Regelungen für anderen Bauten ansehen:

  • Konventionelle Kraftwerke bis zu 700 Megawatt >= 700 m
  • Teer verarbeitende Betriebe >= 700 m
  • Anlagen zur Erzeugung anorganischen Chemikalien >= 700 m
  • Mülldeponien >= 500 m

Diese Liste lässt sich noch sehr lange weiterführen. Einen Vorgeschmack bekommt man, wenn man sich das PDF vom Institut für Baulandconsulting und Stadtumbau anschaut.

Ehrlich gesagt, die Diskussion bei Windrädern ist vor diesem Hintergrund ein Skandal. Bei mir entsteht der Eindruck, hier soll mit aller Gewalt, auf ziemlich plumpe Art und Weise, die Energiewende verhindert werden. Einer ganzen Branche droht das gleiche, bitter Schicksal wie der deutschen Solarindustrie vor wenigen Jahren.

Anfang November berichtete die Süddeutsche Zeitung über den ostfriesischen Hersteller von Windrädern, Enercon. Dort stehen Massenentlassung bevor. Insgesamt sollen im Unternehmen 3.000 Stellen abgebaut werden. Wie liest, unter weniger mitarbeiterfreundlichen Bedingungen. Als Ursache für den Stellenabbau wird vom Unternehmen die geplante Mindestabstandsregel von 1.000 Metern genannt. „Der große Blackout“, nannte die SZ ihren Bericht dazu.

Je länger man darüber nachdenkt, desto schwerer fällt es, diese Entwicklung nachzuvollziehen. Natürlich, Windenergieanlagen stehen in der Landschaft herum wie ein langer Spargel. Und ja, sie sind auch zu hören. Jeder von uns sollte sich allerdings die Frage stellen, wie realistische Alternativen aussehen. Die ehemaligen Bewohner von Mannheim hätten mit Sicherheit lieber mit Windrädern vor der Tür gewohnt als ihr gesamtes Dorf zu verlieren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren