Allerheiligen verspielt

Allerheiligen verspielt

Das verlängerte Wochenende mit Allerheiligen bot sich insbesondere für Brettspiele an. Mehre versuchten sich an einem Spielemarathon.

Tagelang durchspielen

An Allerheiligen waren meine Frau und ich in Emden. Nicht nur, weil man dort am Feiertag einkaufen konnte. Wir kennen das ja, die Statistik aus „Gefühltes Deutschland“. Im Süden heißt es, „Irgendwas wird Jesus schon an diesem Tag erlebt haben, bleiben wir deshalb lieber zu Hause“, im Norden dagegen die Frage „Was genau sind Feiertage? “. Da wir schon am 31. Oktober Richtung Niedersachsen fuhren, ist uns dieses Jahr auch Halloween hier in der autofreien Siedlung entgangen. Gerüchten zu Folge muss es ein richtiger Budenzauber gewesen sein, mit Lagerfeuer draußen für Kinde und Erwachsene. Ganz Horden verkleideter Gestalten sollen unterwegs gewesen sein. In Emden blieb es schön ruhig. Tja, und wir hatten in Nippes auch keine Süßigkeiten für die Kinder bereitstehen. Die letzten Jahren sind wi auf denen nämlich sitzen geblieben und mussten sie selber essen.

Wie dem auch sei, der Tag danach, Allerheiligen, hat eigentlich eine andere Bedeutung für mich. Es ist nämlich auch der erste Tag des Monats November und damit Zeit für einen spielerischen Rückblick. Den hole ich jetzt etwas verspätet nach. Dafür gibt es zum Ausgleich ein Foto vom Otto Huus.

Otto gehört zu den Allerheiligen
Otto gehört zu den Allerheiligen

Bilanz bis Allerheiligen

Noch auf der Fahrt nach Emden „arbeiteten“ wir im Zug mit Mint Condition an unserer Spielestatistik. Am Feiertag selber und auf der Rückfahrt ergab sich dann leider keine Gelegenheit. Insgesamt sieht es daher nach Allerheiligen wie folgt aus.

Für das gesamte Jahr sind mittlerweile 404 (kein Seitenfehler!) gespielte Partien erfasst. An erster Stelle dabei steht mit 28 Stunden Spielzeit und 35 gespielten Partien „Oh My Goods!“. Im Oktober dieses Jahres haben wir 72 Partien gespielt, eine Steigerung gegenüber dem September mit 52 Partien. Betrachtet auf den einzelnen Monat liegt auch hier „Oh My Goods!“ auf den ersten Platz, gefolgt von Tapestry. Die ersten zehn Plätze sehen entsprechend so aus:

  • Oh My Goods!
  • Tapestry
  • Kitchen Rush
  • Aufbruch nach Newdale
  • Everdell
  • innovation
  • Orléans
  • Die Fürsten von Catan
  • Harry Potter: Kampf um Hogwarts
  • Flatline

Interessant dabei ist „Aufbruch nach Newdale“ im Vergleich zu „Oh My Goods!“ — Wir haben die Kampagne von Newdale inzwischen durch. Zurück blieb ein sehr schales Gefühl, hier ein schwaches Spiel von Alexander Pfister erwischt zu haben. Ja, Newdale macht einiges besser als das Kartenspiel „Oh My Goods!“. Es fühlt sich aber leider immer noch weitestgehend wie ein Kartenspiel an. Hinzu kommen eine ganze Reihe von Dingen, die einfach nicht zu Ende gedacht wurden. Warum zum Henker gibt es eine Handvoll Pappmarkern als Ersatz für je fünf Warensteine? Die Warensteine sind aus Holz, da hätte man für Fünfer auch etwa 10 größere Holzklötzchen mit in die Schachtel packen können. Über die Ungeschicktheit bei der Verpackung der Story-Komponenten habe ich mich ja bereits kürzlich ausgelassen.

Dünne Suppe

Die Kampagne selber, mhm. Ich finde, es ist eine verdammt dünne Suppe mit einer Menge logischer Brüche. Atmosphäre wie etwa bei den Legenden von Andor kommt nicht auf. Das Ende ist, wie ich finde, eher unverschämt. Der Wiederspielwert hält sich leider auch in Grenzen, denn es gibt keine Module, die man unterschiedlich kombinieren kann. Es besteht nur die Option, einzelne Kapitel der Kampagne noch mal zu spielen. Ganz ehrlich, das geht deutlich besser. Eher widerstreben hab ich Newdale bisher noch nicht auf den Verkaufsstapel gepackt.

Eine erhebliche Schwäche des Spiels ist insbesondere der große Stapel mit Gebäudekarten. Wenn dann in späteren Kapiteln in einem Stapel mit über 120 Karten genau drei Karten eines Gebäudetyps sind, die man unbedingt benötigt, kann sich jeder selber die Wahrscheinlichkeit ausrechnen.

Gestern haben wir unsere ersten beiden Parteien „Paladine des Westfrankenreichs“ gespielt. Keine Kampagne, aber so viele Möglichkeiten. Hie hat man stets das Gefühl, für seinen Misserfolg selber verantwortlich zu sein.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren