Nachlese Spielemesse

Nachlese Spielemesse

Bei kleinerem Budget bleibt einem auf der Spielemesse nur die Nachlese. Die übrig gebliebenen Krummen der langen Schlangen an den Verkaufsständen.

Aufgelesenes unterwegs

Am besten gefällt mir persönlich die Definition von Nachlese als nachträgliche Auswahl. Als Erntemethode für die ärmere Schicht ist es wohl eher aus der Mode gekommen. Wenn es um Feldfrüchte und anderes geht, es ist eher eine Art Sport geworden. Zumindest war es so für meine Frau und mich, als wir rund um Kobern-Gondorf auf der Jagd nach Walnüssen waren. Rund um den Ort gibt nämlich einige Walnussbäumen, wobei die Haupterntezeit in unserem Urlaub bereits definitiv vorbei war.

Die Walnüsse sammelten wir unterwegs bei den Wanderungen auf. Ein große Schale der Jagd steht bei uns jetzt im Wohnzimmer. Und ein tiefer Schnitt am linken Daumen erinnert mich dran, dass man die Schale nicht einfach so abknibbeln kann

Für mich sind frische Walnüsse mittlerweile ein Luxus, der mich an meine Kindheit erinnert. Wir hatten einen riesigen Wallnussbaum zu Hause und im Herbst reichlich Nüsse. Aber auch viel Laub, was aber eine ganz andere Geschichte an dieser Stelle wäre. Denn eigentlich wollte ich von den Nüssen und der Nachlese zum Besuch der Spielemesse in Essen kommen. Kein leichter Bogen, den ich da jetzt schlagen muss.

Nachlese Spiel 2019
Nachlese Spiel 2019

Spiele der Nachlese

Immerhin, uns ist es erspart geblieben, lediglich Reste aufzusammeln. Alles, was bei uns auf der Liste stand, haben wir auch bekommen. Na ja, etwas geflunkert ist das schon, denn eigentlich wollte ich „Paladins of the West Kingdom“ haben und nicht die deutsche Version von Schwerkraft — aus Gründen. Die ist es dann aber leider doch geworden. Die englische Ausgabe ließ sich nicht auftreiben.

Für Spirit Island hatten wir eigentlich auch vorgehabt, die beiden Promo-Spirits bei Pegasus zu kaufen. Allerdings war „Unter der Insel schlummernde Schlange“ bereits ausverkauft. Da wir jedoch 30 Minuten in der Schlange gestanden hatten, nahmen wir noch „Ast und Tatze“ und „Kitchen Rush“ mit. Der Kauf erspart einen Lynchmord. Es gibt nämlich Mitmenschen, die alles aufhalten und für ihren Einkauf über 15 Minuten brauchen.

Nicht ganz so lang war die Schlange bei Lookout Spiele, dort hatten wir auch richtig Glück. Neben „Newdale“ samt Promo gab es einen Gratis-Strohhut für meine Frau. So gut behütet ließ sich der Stress auf der Messe etwas leichter ertragen. Es ist mal wieder deutlich voller geworden und anstrengender. Wie man das vier Tage am Stück aushalten kann, ist mir ein Rätsel.

Persönliches Highlight

Mein persönliches Highlight auf der Spiel in diesem Jahr gab es in Halle fünf, am Stand des Verlags Dachshund Games. Mint Condition, ein Spiel, welches das Hobby selber zum Thema hat. Chips bei Spieleabend? Das geht auf gar keinen Fall, denn es ruiniert das heilige Spiel auf dem Tisch. Wer die Gelegenheit hat, sollte unbedingt am Stand K117 in Halle fünf bei Sabrina und Hanno vorbeischauen. Da gibt es zwar keinen Nudelsalat mehr, aber ein gutes Spiel zu einem echt fairen Preis.

Außerdem unterstützt man mit dem Kauf von Mint Condition einen neuen Kölner Verlag, der noch einige vielversprechende Spiele in der Pipeline hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren