Antisemitismus made in Germany

Antisemitismus made in Germany

Eine der traurigsten Exportschlager aus Deutschland ist der Antisemitismus. Insbesondere die AfD trägt an den jüngsten Ereignissen Schuld.

Halle nach Erntedank

Für den vergangenen Sonntag stand das Erntedankfest im Kalender. Es ist älter als der christliche Glaube, schon sehr lange danke die Menschen ihren jeweiligen Göttern für eine erfolgreiche Ernte. Ein Ritual zum Dank gibt es etwa in Europa, in Japan und auch in den USA unter dem Namen „Thanksgiving Day“ — dort ist es sogar ein nationaler Feiertag.

Mit Antisemitismus und dem Anschlag in Halle hat das erst mal nichts zu tun. Nicht auf den ersten Blick, nicht auf den zweiten Blick. Wenn man jedoch länger überlegt, dann erkennt man, wessen Saat aufgegangen ist. Über Monate hetzen Gauland, Höcke, Weiland und andere Funktionäre der AfD. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle ist ihr Erntedank. Die Bluttat geht auf ihr Konto.

Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte.
Alexander Gauland, AfD

Wer den Nationalsozialismus verharmlost, braunes Gedankengut in seinen Reihen tolerieren, alte wie neue Faschisten hofiert, der ist ein Wegbereiter des Antisemitismus. Es beschämt mich, so eine Partei im Deutschen Bundestag sitzen zu haben. Ihre Wahlerfolge scheinen allen recht zu geben, die sich ein andere Deutschland wünschen. Eines, welches auf Blut und Boden basiert und allen als fremd empfundenen die Tür weisst.

Antisemitismus kommt von rechts
Achtung, Antisemitismus!

AfD fördert Antisemitismus

In Sachsen-Anhalt, wo der Anschlag stattfand, verbuchte die AfD bei der letzten Wahl einen Zuwachs von 14 Prozent. Sie ist mit 20,4 Prozent zweitstärkste Partei, knapp vor der CDU mit 23,2 Prozent. Das sagt viel über die Stimmung der Menschen in diesem Bundesland aus. Im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt hieß es:

Sachsen-Anhalt ist ein reiches Land – reich an Menschen mit gesundem Verstand…
Unsere Identität hat sich im Laufe vieler Jahrhunderte besonders aus den Traditionen des christlichen Abendlandes entwickelt.
…Der Islam gehört hingegen nicht zu unserer Identität.

Wir verlangen von Menschen die dauerhaft in unserem Land leben wollen, dass sie unsere Kultur akzeptieren und nicht versuchen, diese zu verdrängen.

Die Abschnitte lesen sich mit Gänsehaut angesichts der aktuellen Ereignisse in Halle. Sie sind nicht nur eine Blaupause für Antisemitismus, sondern eine Steilvorlage für Gewalttaten gegen alles als fremd empfundenen. Mit gesundem Verstand hat das freilich nichts zu tun.

Zwei Menschen wurden in Halle erschossen, der Täter wollte ursprünglich in die dortige Synagoge eindringen. Seine Tat filmte er mit Helmkamera und stellte das Video online ins Netz. Nach seiner Aussage sind „die Juden die Ursache aller Probleme“. Mit ihrer Hetze hat die AfD seinem Antisemitismus Vorschub geleistet.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren