Kampagne als Spiel

Kampagne als Spiel

Abstrakte Spiele haben es im aktuellen Jahrgang besonders schwer. Spiele mit Thematik und Kampagne scheinen im Trend zu liegen.

Spielreiz versus Wiederspielwert

Rückblickend auf einige Jahre Brettspielerfahrung stelle fallen mir auch bestimmte Trends auf. Manchen stehe ich skeptisch gegenüber, anderen ganz offen. Und es gibt dann auch solche, bei denen ich ganz klar den Zug verpasst habe. Aber so ist es halt, man kann nicht alles haben geschweige denn spielen.

Beim mir selber stelle ich auch eine Veränderung in Bezug auf Spiele fest. Während ich früher abstrakte Spiele ziemlich gut fand, reizen sie mich mittlerweile kaum noch. Was unter anderem auch dazu führt, dass Klassiker wie abalone bei mir in der Verkaufskiste liegen.

Für meine Frau und mich sollten Spiele ein Mindestmaß an Thematik haben. je mehr, desto besser. Das muss nicht gleich in Ameritrash ausarten, denn wir spielen schon ganz gerne anspruchsvoll. Eine gute Thematik ist alleine noch keine Garantie, auch die Mechanik muss stimmen. Und alles nützt wenig, wenn der Wiederspielwert auf der Strecke bleibt. Das kann passieren, wenn die Thematik zwar gut präsent ist, aber man immer wieder das Gleiche macht, um erfolgreich den Spielsieg zu erringen. Bei Legacy Spielen ist das noch drastisch als bei Spielen mit einer Kampagne, die sich problemlos zurücksetzen lässt.

 

Kampagne in Oh my Goods!
Auffuhr in Lonsdale

Zugewinn durch Kampagne

Für mich sind reine Legacy Spiele mittlerweile gestorben. Ursache dafür ist neben einem meiner Meinung nach katastrophalen Pandamic Legacy Season 2 auch das wundervolle Charterstone. Tolles Material, super Atmosphäre— Ich wollte das Spiel wirklich lieben. Wenn man allerdings die letzten vier bis fünf Partien für sich entscheiden konnte, weil man genau die gleichen Spielzüge immer und immer wiederholte, dann macht so was zumindest mir keinen Spaß. Wie sich das Spiel ohne Kampagne anfühlt, will ich auch mittlerweile nicht mehr wissen.

Ein hervorragendes Brettspiel mit Kampagne ist „Die Legenden von Andor“. Mit etwas Abstand kann man da sogar die gesamte Kampagne von vorne beginnen. Zu Gloomhaven brauch man wohl nichts mehr zu schreiben. Wer das Spiel nicht kennt, hat die letzten Monate definitiv hinterm Mond gelebt und mit Felsen gespielt.

Für mich völlig überraschend tauchte vor zwei Wochen ein Spiel auf, welches ich bis dahin gar nicht auf dem Schirm hatte. Dabei hätte ich Zeit genug gehabt, es zu entdecken. Vier Jahre ist „Oh my Goods!“ mittlerweile alt und stammt immerhin von Alexander Pfister. Er ist auch Autor von „Aufbruch nach Newdale“, welches als Brettspiel nahtlos an die Kampagne der zweiten Erweiterung des Kartenspiels anknüpfen soll.

Ein schwacher Jahrgang?

Da ich Newdale ins Auge gefasst hatte, setzte ich mich mit Oh my Goods! auseinander und verliebte mich sofort. Heute haben meine Frau und ich die Kampagne aus der ersten Erweiterung „Auffuhr in Lonsdale“ begonnen. Genial, was man mit ein paar Karten alles machen kann. Auf Newdale bin ich schon sehr gespannt.

Es ist aber nicht das einzige Spiel mit Kampagne, welches zur Spiel 2019 erscheinen wird. Ein Weiteres stammt ebenfalls von Pfister und heißt „Maracaibo“. Werde ich mir auf jeden Fall ansehen und denke, dass es gefallen könnte. Skeptisch bin ich dagegen bei „Orléans Stores“, welches mir zu kleinteilig aussieht. Dazu kommen bergeweise Regeln und der Umstand, dass ich Orléans selber mit seinen bisherigen Erweiterungen noch nicht durchgespielt habe.

Mit Sicherheit gibt es noch eine Reihe anderer Spiele, die ich nicht auf meiner Liste habe. Mein Eindruck insgesamt mit diesem Jahrgang ist jedoch, dass er schwächer ausfallen wird. Das ist nicht schlimm, meine Regale brauchen ehedem mal eine Erholung. Zudem sind viele bereits vor Essen erschienen oder werden danach als Kickstarter nach Käufern suchen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren