Wanderflaute

Wanderflaute

Der Herbst lockt mit wunderschönem Wetter die Menschen nach draußen. Amp Schreibtisch zu Hause grübeln einige jedoch über ihre persönliche Wanderflaute.

Wie es halt kommt

Einer der größten Fehler bei der Herstellung des Produktes „Tag“ unterlief im Hinblick auf die Anzahl seiner Stunden. Bekanntlich hat er nur 24 davon. Auch gelegentliche Reklamationen von Kunden führten zu keiner Anpassung des Produktes durch den Hersteller. Das ist insbesondere deshalb bedauerlich, da über 90 Prozent der Kunden nicht mal den angegeben Umfang vollständig nutzen können. In jeder Einheit verbleibt immer eine nicht unerhebliche Restmenge, die etwa dem sogenannten „Schlaf“ geschuldet ist.

Mit anderen Worten, zumindest mir vergehen die Tage zur Zeit viel zu schnell. Einmal blinzeln mit den Augen, schon ist wieder einer um. Zudem muss ich an fünf von ihnen tatsächlich arbeiten, ganz unabhängig vom Wetter. Das ist einfach so. Mit der gefühlten Wanderflaute hatte es zunächst nichts zu tun. Die ist der tatsächlich nicht eingebildet, sondern ganz real. Es liegt nicht nur an den Tücken des Wetters, welches sich werktags von seiner besten Seite zeigt und die Wochenenden, wenn viele von uns frei haben, gerne hinter Wolken versteckt auf dem Sofa verbringt. Letzten Sonntag sah es gar nicht so schlecht aus. Meine Frau aber lag mit einer Bronchitis flach.

Wanderflaute im Herbst
Wanderflaute im Herbst

Ursachen der Wanderflaute

Klar kann ich auch einfach alleine wandern gehen können. Aber macht man so was und lässt seine Liebste krank alleine zu Hause? Ich jedenfalls nicht. Die Sehnsucht, die Beine wieder zu benutzen, ist dennoch da. Gerade jetzt, wo die Sonne durchs Fenster scheint, mit einem ungewissen Wochenende bezogen auf das Wetter.

Es gibt jedoch auch andere Gründe für die aktuelle Wanderflaute in unserem Haushalt. Wir haben noch andere Hobbys. Bücher lesen sich nicht von alleine und Spiele wollen auch mal gespielt werden, sonst quengle sie wieder tagelang im Regal herum.

Aber ernsthaft, die Wanderflaute ist nicht nur etwas, was sich fehlende Bewegung reduziert. Der lässt sich schnell abhelfen, die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Nein, eigentlich ist das Thema ein anderes, auch wenn es letztendlich mit dem Faktor Zeit verbunden ist. Die reicht bei mir nicht für 1000 und ein Projekt, sondern für weniger als eine Handvoll. Mit anderen Worten, der Blog hier erfordert Aufmerksamkeit, die Brettspiel Rezensionen sind mir mittlerweile auch ans Herz gewachsen. So wird also das Projekt „Wandersehnsucht“ inklusive der dazugehörigen Domain zu Grabe getragen. Das ist nicht weiter schlimm. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass mir Rezensionen zu Brettspielen deutlich leichter von der Hand gehen, als eine Wanderstrecke zu beschreiben.

Persönliches Interesse reichen nicht aus

Ein persönliches Interesse am Wandern reicht nicht aus, wenn man mit schönen Wanderstrecken eine Website füllen will. Dazu gehören gute Fotos, die Daten der Strecke, ein GPX-Track, die Beschreibung der Route — viel Aufwand, auch technisch.
Beim Wandern mit meiner Frau will ich jedoch vor allem Dingen die Strecke genießen. Das soll keine Arbeit, sondern Erholung sein. Ohne Notizen am Ende des Tages ist eine Strecke jedoch schwer zu beschreiben. Brettspiel kann ich immer wieder hervorholen, mich durch die Regeln arbeiten und in aller Ruhe Fotos machen.

Die Wanderflaute bedeutet demnach nicht das Ende vom Wandern bei uns zu Hause, sondern eher das Ende eines Projektes. Mit einem weinenden Auge, denn ich fand den Projektnamen ganz ansprechend. Aber heyj, immerhin habe ich für die Brettspiel Rezensionen eine ziemlich gute Domain erwischt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren