Home-Office macht gesund

Home-Office macht gesund

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll Home-Office die Gesundheit belasten. Die Fahrt ins Büro dagegen führt zu weniger psychischen Problemen.

Halber Quatsch mit Sauce

Grundsätzlich sollte man nicht alles glauben, was man liest. Das gilt auch für Artikel, die in der von mir geschätzten Süddeutschen Zeitung stehen. Zum Beispiel dem über die Arbeit im Home-Office. Persönlich habe ich da eine etwas andere Meinung. Natürlich ist die subjektiv und lässt sich auch hinterfragen. Ganz so einfach, wie es die SZ darstellt, ist es in jedem Fall aber nicht.

Im Rahmen einer Studie wurden 2.001 Beschäftigte telefonisch durch das Wissenschaftlichen Instituts der AOK befragt. Mehr als ein Drittel klagte darüber, deutlich flexibler in den Arbeitszeiten sein zu müssen, als wenn sie statt im Home-Office im Büro arbeiten würden. Auch wird häufiger über Selbstzweifel, Erschöpfung und Schlaflosigkeit geklagt. Zumindest für den Arbeitgeber positiv dürfte der geringere Anteil von Fehlzeiten bei denjenigen Beschäftigten sein, die von zu Hause aus arbeiten.

Während die SZ die negativen Aspekte in den Vordergrund stellt so wie die Schwierigkeit betont, Privat- und Berufsleben voneinander zu trennen, berichtet das ZDF vergleichsweise abwägend. Dort spricht man davon, dass es nicht nur Vorteile gäbe, wenn von zu Hause aus gearbeitet würde.

Arbeiten ohne Home-Office
Arbeiten ohne Home-Office

Mehr Zeit durch Home-Office

Der besondere Verdienst des Artikels beim ZDF aus meiner Sicht ist der, zwei Aspekte unter dem Stichwort Flexibilisierung näher zu beleuchten. Die Zunahme der tatsächlich gelisteten Wochenarbeitszeit im Zusammenhang mit der täglichen Pendeldauer in Minuten. Beide Kennziffern sind 2019 im Vergleich zu 2011 gestiegen.

Eine tägliche Pendeldauer beträgt im Durchschnitt 51 Minuten. Dabei ist der Durchschnittswert genau das — eben nur der Durchschnitt.

Meine Frau arbeitet nicht im Home-Office, sondern in einer Schule in Köln. Pro Strecke benötigt sie 40 Minuten. Von unserer Wohnung in Köln zur Schule in Köln. Das entspricht bereits einer Pendeldauer von 80 Minuten pro Tag.
Bei mir waren es ins Büro nach Essen täglich insgesamt fast 4 Stunden pro Tag. Aus diesem Grund bin ich ein großer Freund von Home-Office. Ja, manchmal gehört es dazu, etwas flexibler zu sein und nach offiziellem Büroschluss noch eine Mail zu beantworten. Das war aber vorher nicht anders. Wichtig sind Regeln und Vereinbarung, um eine saubere Work-Life-Balance hinzubekommen.

Für mich gilt ganz deutlich, dass Home-Office gesund macht. Tägliches Pendel, gerade weitere Strecken, kann, nein wird auf Dauer zu einer erheblichen Belastung. Das konnte ich sehr gut an mir feststellen, aber auch an einer ganzen Reihe von Leidensgenossen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren