Nerdkram für Niemand

Nerdkram für Niemand

Ein paar Stunden liegt die letzte Keynote von Apple zurück. Wer den Nerdkram benötigt, wurde gestern jedoch nicht beantwortet.

Same procedure as every year

Ja, es gab mal wieder eine Keynote von Apple. Und nein, ich hab sie mir nicht live angesehen, auch nicht im Kalender eingetragen oder ähnlichen Zirkus veranstaltet. Mittlerweile sorgt es bei mir nur für ein müdes Gähnen. Zudem frag ich mich, wer den Nerdkram eigentlich überhaupt noch benötigt. Vorgestellt wurden gestern ein neues iPhone, ein iPhone Pro mit einer noch besseren Kamera, eine neue Apple Watch und ein neues iPad. Für mich ist das tatsächlich Nerdkram und keine umhauend neue Hardware.

Klar, das iPhone Pro hat die best jemals in einem iPhone verbaute Kamera und wird verdammt gute Bilder machen. Bekanntlich ist die beste Kamera immer die, welche man gerade dabei hat. Für $999 bekommt man bereits eine ordentliche Spiegelreflex oder Systemkamera mit Objektiv. Abgesehen davon nützt die beste Kamera nichts, wenn man nicht fotografieren kann — so viel weiß ich mittlerweile auch schon über Fotografie.

Zum Angeben ist das iPhone Pro auf jeden Fall geeignet. Wie gesagt, Nerdkram. Bei der Apple Watch ist das mit dem Angeben so eine Sache. Spätestens, wenn der Akku leer ist, bleibt man mit ihr auf der Strecke. Sie ist auch definitiv keine Sportuhr, egal was Apple sagt. Echte Sportuhren gehen anders, wie namhafte Hersteller in dem Segment beweisen.

Auch Nerdkram
Auch Nerdkram

Nix außer Nerdkram

Im Prinzip habe ich nach der letzten Keynote ähnliches geschrieben. Nur das Wort Nerdkram ist neu. Mitteilerweile bin ich bei Brettspielneuheiten wesentlich emotionaler mit dabei als bei Hardware von Apple. Ich nutze sie und fertig ist das. Alternativen habe ich für mich noch nicht gefunden, liegt aber auch an den getätigten Inventionen in Software und Apps.
Wie dem auch sei, fast hätte ich zwei weitere Ankündigung von gestern Abend vergessen. Es wird nun tv+ geben, einen eigenen Streamingdienst von Apple und auch Arcade, einen unbegrenzten Zugang zu über 100 Spielen für 4,99 Euro im Monat. Für beide Angebote sehe ich keinen Bedarf — zumindest nicht bei mir und Leute, die ich kenne. Einen weiteren Streamingdienst benötigt wirklich niemand. Es werden auch nicht scharenweise Menschen zusätzlich zu Netflix und Prime noch tv+ abonnieren. Irgendwie muss man nämlich nicht nur das Geld für die ganzen Abos auftreiben, sondern auch die Zeit finden, das Angebot nutzen zu können.
In Arcade sehe ich auch keinen echten Mehrwert. Für Konsolen gibt es bessere Angebote mit hochwertigen Spieletiteln. Spielen auf dem iPhone oder iPad ist bei mir stark zurückgegangen, das hängt unter anderem auch mit dem hohen Akkuverbrauch von Spielen ab. Was also von der Keynote bleibt, ist mal wieder gähnende Langeweile und Preis auf Sylt-Niveau.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren