Ghost Recon Breakpoint Beta

Ghost Recon Breakpoint Beta

Veränderungen sind ein Sakrileg aus der Sicht vieler Computerspiele. Die Kritik an der Betaversion von Ghost Recon Breakpoint ist daher konsequent.

Tod einer Serie

Man muss das Ganze von Anfang an erzählen. Dieser führt dann zurück in das Jahr 2002, als zum ersten Mal Tom Clancy’s Ghost Recon für verschiedene Plattformen, unter anderem die Xbox, erschien. Gedacht war das Spiel als Taktik-Shooter. Im Laufe der Jahre entwickelt sich die Reihe weiter, aus der First-Person-Perspektive wurde eine Third-Person-Perspektive. Zunehmend Gewicht bekam das Teamspiele in den Storymissionen. Zunächst bestand das Team aus drei befreundeten Einheiten, die einem im Kampf zur Seite standen. Dabei hatte man die Möglichkeit, für die eigenen Einheiten zu kommandieren und das Vorgehen taktisch zu planen. Gegner ließen sich so gezielt ausschalten. Ohne ruhiges Vorgehen und Einsatz des Squads statt solitärer Ballerei waren die Missionen zum Scheitern verurteilt — der Überzahl der Gegner stand kein Superheld gegenüber. Gerade das unterschied Ghost Recon von Shootern wie etwas Call of Duty.

Als 2017 Ghost Recon Wildlands erschien, gab es einen ziemlich Aufschrei. Das sei nicht mehr Ghost Recon, hieß es. Die Kritiken waren mäßig und hielten auch mich davon ab, das Spiel zu kaufen. Zum Glück hatte ich vor ein paar Monaten noch mal die Chance, diesen Fehler zu korrigieren.

Ghost Recon Breakpoint Beta
Ein weiblicher Nomad

Modernes Ghost Recon Breakpoint

In Ghost Recon Wildlands hat man zum ersten Mal in der Reihe eine offene Welt vor sich, bei der man die Reihenfolge der Missionen selber wählen kann. Das ist bei Ghost Recon Breakpoint auch der Fall. Auf mich wirkt die Beta von Ghost Recon Breakpoint wie ein weiterentwickeltes Ghost Recon Wildlands. Die Grafik wirkt aufpolierter, die Fahrphysik ist besser — es gibt sogar einige Details, die deutlich erwachsener wirken als bei Vorgänger.

Das große Manko aber bei Ghost Recon Breakpoint ist aber jedoch das, was sich noch alles geändert hat. Die Story will es so, dass man allein auf sich gestellt ist, ohne Quad. Zumindest im Solomodus. Das verändert das Spiel um einiges. Hinzu kommen Lootboxen und eine Spielwährung, die bereits in der Beta böses ahnen lassen.

Während man bei Wildlands im Prinzip jede Aufgabe angehen konnte, geht das bei Breakpoint nicht mehr. Gebiete haben eine Schwierigkeitsstufe. Nur wenn man eine dazu passende Ausrüstungsstufe hat, gibt es Chance, die Mission zu schaffen. Dabei gibt es jeden Ausrüstungsgegenstand in verschiedenen Stufe. Ein G3 auf Level 1 ist das gleiche Gewehr wie ein G3 auf Level 20. Man muss es halt nur finden.

The Division im Dschungel

Ja, Ghost Recon Breakpoint hat mehr von The Devision im Dschungel als vom ehemaligen Taktikshooter Ghost Recon. Persönlich habe ich den Eindruck, Ubisoft hätte den Markt und die Spiele, die gut gehen, entsprechend analysiert und sich dann daraus bedient, um sein neustes Werk daraus zu basteln.

Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Mich persönlich stören einige der Kritikpunkte an Breakpoint nicht. Die einzige wirkliche Sorge, die ich habe, bezieht sich auf die Währung im Spiel. Solange man wie in der Beta davon genügend findet oder durch Verkauf von Gegenständen bekommt, ist alles in Ordnung. Nur wenn es eine zusätzliche Währung geben wird, die man nur über echtes Geld erhält und über die exklusive Gegenstände zu kaufen sind, kippt das Spiel. Besonders dann, wenn solche Gegenstände einen Vorteil im Spiel bieten. Für die Freunde des PvP-Modus dürfte das auch ein Ärgernis sein.

Ich lasse mich im Oktober mal überraschen, werde aber nichts vorbestellen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren