Undaunted: Normandy

Undaunted: Normandy

Für Brettspiele und vor allem Wargamer dürfte Undaunted: Normandy die Überraschung des Sommers sein. Ein elegantes Spiel zum einem extrem attraktiven Preis.

Ersteindruck nach einer gespielten Partie

Mehr oder weniger zufällig bin ich vor ein paar Tagen über Undaunted: Normandy gestolpert. Bei BGG hat das Spiel bereits eine 8.3 Bewertung. Das Video von Marco Arnaudo machte mich zusätzlich neugierig. Eine Bestellung war daher unvermeidlich. Nach der ersten Partie ist es jetzt an der zeit für einen Ersteindruck.

Vorab: Schulenglisch bei einem der beiden Mitspieler reicht völlig aus. Die Regeln sind klar und verständlich, zudem auch mit Beispielen illustriert. Die Regeln lassen sich dann schnell erklären, ebenso wie die Schlüsselwörter auf den Karten. Mehr Infos stehen dort nicht drauf, also keine umfangreichen Texte, die man verstehen muss.

Die einzelnen Szenarien sind ebenfalls gut beschrieben, hier reicht es wiederum aus, dass einer den Aufbau und die Siegbedingungen liest und dem anderen erklärt. Dabei ist das erste Szenarien ein guter Einstieg, da besondere Einheiten weggelassen wurden.

Grundprinzip: Über Karten und einen Deckbuliding-Mechanismus nimmt man Einfluss auf Einheiten, die sich auf dem Spielplan befinden. Das erinnert an „A Few Acres of Snow“, spielt sich aber anders und deutlich schneller. Die Spielzüge sind immer ein schneller Schlagabtausch zwischen den Spielern.

Undaunted: Normandy
Umzingelte US-Truppen

Spielablauf von Undaunted: Normandy

Beide Spieler ziehen vier Karten und wählen verdeckt eine Karte. Der Wert für die Initiative oben Links ist dabei relevant, denn derjenige mit dem höchsten Kartenwert erlangt die Initiative für die aktuelle Runde. Haken an der Sache: Je höher der Wert, desto besser ist die Karte eigentlich. Eigentlich deshalb, weil sie nach der Bestimmung der Initiative abgeworfen wird. Effektiv spielt also jeder pro Runde mit drei Karten.

Jeder hat neben seinem Start-Deck noch einen Stapel mit Karten, die noch nicht im Spiel sind (Supply). Welche das sind, hängt vom Szenario ab. Durch das Ausspielen etwa eines Squad Leaders kann man seinem Deck zusätzliche Karten aus dem Supply hinzufügen. Jeder Squad Leader gehört zu einem Squad (A,B,C), so dass man allerdings nur Karten aus diesem Squad hinzufügen kann.

Trefferpunkte der Einheiten: Eine Einheit wird nicht beim ersten Treffer vom Spielplan genommen, sondern hat eine bestimmte Anzahl an Trefferpunkten. Das ist bei Undaunted: Normandy elegant gelöst. Steckt eine Einheit einen Treffer ein, wird eine passende Einheitenkarte aus dem Abwurfstapel entfernt — ist dort keine, dann eine dazu passende Handkarte oder vom Zugstapel. Erst wenn nach einem Treffer keine passende Einheitenkarte entfernt werden kann, muss diese vom Spielplan entfernt werden. Man ist also bemüht, rechtzeitig Verstärkung zu schicken — der Einheit über den Squad Leader neue Karten ins Deck zu bringen.

Vorläufiges Fazit: Undaunted: Normandy ist ein verdammt gutes Spiel und ein hervorragendes Wargame. Schnell, elegant und gut zu erklären. Mit rund 28 Euro ist das Spiel zudem noch recht günstig, vor allem wenn man die Ausstattung berücksichtigt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren