Komfortzone verlassen

Komfortzone verlassen

Ohne das Verlassen der Komfortzone wird der Klimawandel nicht aufzuhalten sein. Schmerzhafte Einschnitten sind dringend erforderlich.

Anrecht auf Flugreisen

Eins schon mal vorweg. Es gibt kein im Grundgesetz verankertes Recht auf billige Flugreisen. Genau so wenig wie auf zwei Mal die Woche Steak. Trotz des spürbaren Klimawandels haben nur wenige von uns ihre Komfortzone verlassen. Auch wenn Fridays for Future auch der uns Erwachsene populär geworden sind, ändern wir das eigene Verhalten kaum spürbar. Dabei sollte jedem von uns klar sein: Der eigene CO2 Fußabdruck wird nicht von alleine kleiner. Es reicht nicht aus, auf ein Wunder von oben zu warten, sondern wir müssen selber handeln. Was in diesem Fall bedeutet, wir müssen lernen, uns selber einzuschränken.

Mit der Einsicht ist jedoch so eine Sache. In unserer Grundeinstellung neigen wir zur Bequemlichkeit. Gerne versuchen wir, einen einmal erreichten Zustand beizubehalten. Das erinnert etwas an Physik und die sogenannte träge Masse.
Das Sankt-Florian-Prinzip haben wir verinnerlicht. Jede Lösung größere Probleme soll nicht bei uns, sondern lieber irgendwo anders stattfinden. Eine allgemeine Steuer auf CO2? Doch lieber nicht, es könnte uns schließlich einschränken. Genau an diesem Problem und unserer Komfortzone vorbei schreibt in der Süddeutsche Zeitung Armin Nassehi vorbei. Für mich ist der Artikel „Die denkfaule Gesellschaft“ pure Provokation

Ende der Komfortzone
Ende der Komfortzone

Sozial Schwächere mit Komfortzone

Im Kern argumentiert Nassehi, die aktuell in der Gesellschaft andiskutierten Maßnahmen würden vornehmlich sozial Schwächere treffen. Die Klimadebatte sei von sozialer Kälte geprägt. Man kann seinen Text öfter lesen, aber er wird dadurch weder besser noch verständlicher. Ja, natürlich würde ein spürbarer Preisanstieg bei Flugreisen insbesondere finanziell Schwächer gestellte Mitbürgerinnen und Mitbürger treffen — sozial schwach ist im Übrigen der absolut falsche Begriff, aber das nur am Rande.

Auch eine Verteuerung von Lebensmittel trifft die am stärksten, die jeden Cent mehrfach umdrehen müssen. Klar hat Armin Nassehi damit recht, dass wir als Gesellschaft Antwort finden müssen, wie wir damit umgehen wollen. Das darf aber nicht in endlosen Diskussionen ausarten und vor allem nicht zu einer Lähmung führen. Alles was dringend notwendig notwendige Maßnahmen verzögert, hat drastische Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit der gesamten Menschheit. Wir müssen uns diesbezüglich freimachen von bestehenden oder herbei geschriebenen Denkverboten. Vor allem müssen wir uns davon frei machen, bestimmte gesellschaftliche Gruppen als Alibi vorzuschieben, um ja nicht die eigene Komfortzone verlassen zu müssen.

Bleiben wir bei Flugreisen. Die müssen teurer werden, da führst kein Weg dran vorbei. Ja, es ist ungerecht. Es wäre aber auch nicht gerechter, Steuermittel aufzuwenden, damit alle wieder zu ähnlich günstigen Bedingungen in den Urlaub fliegen können. Das Problem ist nämlich nicht nur ein zu günstiger Preis bei Flugreisen, sondern auch die zu hohe Anzahl.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren