Verbrechen in Köln

Verbrechen in Köln

Die Crime Cologne wirft ihr Schatten voraus. Noch gibt es für Interessenten an literarischen Verbrechen Karten im Vorverkauf.

Büchermord im Altwasser

Aus meiner Schulzeit ist mir noch eine von vielen Kurzgeschichten deutlich in Erinnerung geblieben. Sie stammt von Georg Britting und nennt sich „Brudermord im Altwasser“. Ein beklemmend gutes Stück Literatur. Wenn man so will, ach ein Krimi. Allerdings in einer zeitlosen Qualität, wie ich finde. Den Text von Britting nehme ich mir gerne wieder zu Hand.

Das Gegenstück dazu sind viele der jährlich erscheinenden Kriminalromane. Sie stelle für mich eine Art Gebrauchsliteratur dar. Oder, um es weniger euphemistisch auszudrücken: Sie sind letztendlich Einwegprodukte. Auf Spannung und Auflösung gestrickt liest man sie ein einziges Mal. Danach stehen sie im Regal, verstopfen die Wohnung und werden von Umzug zu Umzug zu einer größer werdenden Belastung. Wenn verschenken nicht mehr hilft, dann bleibt einem nur noch der Büchermord. Ja, mir ist schon klar, dass es für manche von uns einem Verbrechen gleichkommt, Bücher wegzuwerfen. Aber an dieser Stelle sehe ich einfach keine andere, auch wirklich praktikabel Lösung.

Selbstverständlich gibt es bei den Krimis auch Ausnahmen. Sei es durch persönliche Widmung bei einen Polizistenkrimi oder dadurch, dass sie aus der Masse herausragen. Beispiele hierfür sind „Die schützenden Hand“ von Wolfgang Schorlau oder aber auch die beiden Kühn-Krimis von Jan Weiler — die zählen für mich bereits zur Kategorie Literatur.

Verbrechen in Köln
Verbrechen in Köln

Gedrucktes Verbrechen

Nach wie vor erfreuen sich Krimis großer Beliebtheit. Zwar soll der Trend zu Schweden-Krimis mittlerweile abflauen, aber Regio-Krimis laufen nach wie vor. Dabei ist das nur eines der vielen unter Genres in einem immer unüberschaubareren Markt. Verbrechen lohnt sich, zumindest wenn man als Autor fiktiv darüber schreibt.

Persönlich habe ich das gesamte Genre erst vor ein paar Jahren für mich entdeckt. Nach wie vor lese ich gerne Krimis, aber mein Geduldsfaden ist deutlich kürzer geworden. Eine möglichst realistische Darstellung der Polizeiarbeit ist nicht von besonderen Belang, sondern vor allem eine gut erzählte Geschichte. Insbesondere eine 08/15 Idee, um einen Ort herum zu stricken halte ich für ein literarisches Verbrechen.

Merkwürdigerweise gefallen mir die Extreme, also der bereits erwähnte Jan Weiler genau so wie Rita Falk — die Eberhofer-Krimis habe ich in mein Herz geschlossen, die Verfilmung sind sehenswert.

Im rahmen der Crime Cologne haben meine Frau und ich uns drei Lesungen herausgesucht — das war verdammt schwer bei dem Angebot. Wir freuen uns auf Klaus-Peter Wolf (aus Gründen wegen Ostfriesland), auf einen Autor aus Oslo und auf die Gewinnerin des Deutschen Krimipreises 2019. Im Übrigen empfind eich es auch als Verbrechen, zeitgleich interessante Lesungen im Programm zu haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren