Geschlossene Gruppe in Köln

Geschlossene Gruppe in Köln

In der Kölner SPD wird kräftig aufgeräumt und umgebaut. Auch auf Facebook möchte man künftig eine geschlossene Gruppe werden. .

Facebook als Missverständnis

Auch wenn ich mittlerweile seit über einem Jahr nicht mehr Mitglied der SPD bin (hieran hatte die Kölner SPD im Übrigen einen 20-prozentigen Anteil), so folge ich der SPD sowohl auf Bundesebenen als auch lokal auf Facebook. Aus diesem Grund bin ich auch in der Gruppe KölnSPD — allerdings wohl nicht mehr lange, denn einer der Administratoren hat dort jetzt einen radikalen Schnitt angekündigt.

Künftig soll die Gruppe ein geschützter Raum für Kölner SPD-Mitglieder werden, zum Austausch untereinander. Man möchte auch eine Netiquette erarbeitete, heißt es weiter.

Es kann sein, dass ich in den letzten Monaten einiges verpasst habe. Etwa den Umstand, dass aus Facebook ein seriöses Unternehmen wurde, den man seine Geheimnisse anvertrauen kann und weiß, diese sind dort sicher aufgehoben. Vor Zugriff Dritter als auch vor dem Zugriff durch das Unternehmen selber.

Mal ganz ehrlich, auch wenn Facebook „geschlossene Gruppen“ als Option anbietet, ist dies lediglich ein Begriff, der mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Wer anderes behauptet, hat ganz offensichtlich in den letzten Monaten tatsächlich hinterm Mond gelebt.

Einen geschützten Raum zum Austausch von SPD-Mitglieder untereinander gibt es nicht bei Facebook. Hier sollte man andere Wege gehen und nicht unbedingt den bequemsten. Auf Facebook selber ist gerade für die Kölner SPD eine geschlossene Gruppe der falsche Weg.

Geschlossen Gruppe
Geschlossen Gruppe

SPD als geschlossene Gruppe

Auf Kritik am Vorgehen regiert man natürlich wie üblich in Köln. Die geschlossene Gruppe wäre wichtig, man würde ja schließlich auch Familienangelegenheiten nicht in der Öffentlichkeit diskutieren. Zudem gäbe es ja die Facebook Seite der SPD in Köln, um sich allgemein über die Kölner SPD zu informieren.

Tja, sagen wir es mal so. Gerade der Kölner SPD würde mehr Transparenz gut stehen. Hier hat man, wie die Vergangenheit und auch jüngere Ereignisse zeigen, einen erheblichen Nachholbedarf.

Aus meiner Sicht ist die Umwandlung in eine geschlossene Gruppe der definitiv falsche Weg, um Bürgernähe zu zeigen und in der Gunst der Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Was das Thema Datenschutze etc. angeht, ist Facebook ehedem das falsche Pferd. Argumente wie „aber da sind ja bereits viele aus der Kölner SPD unterwegs“ sind blauäugig.

Das viele Kölner Genossen den Schritt zur geschlossenen Gruppe auch noch begrüßen, kann ich in keiner Weise nachvollziehen. Aber wer kann schon die Motive von Menschen, die Köln als schönste Stadt der Welt bezeichnen, verstehen?

Im Übrigen, die neuste Ausgabe der Stadtrevue hat als Titelthema die Kölner Sozis zum Thema. Zurück an die Macht wolle sie, heisst es. Lesenswert mit einem schönen Satz am Ende: „Sturm zieht auf, Regen prasselt auf die Gäste nieder.“ Wohl auch auf Facebook.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren