Tempo 30 in Köln

Tempo 30 in Köln

Fast 90 Prozent von München sind mittlerweile zur Tempo 30 Zone erklärt worden. Zeit zum Umdenken auch in anderen Städten.

Vorbild München

Laut Süddeutsche Zeitung von heute hat die Anzahl der Tempo 30 Zonen in der Innenstadt von München in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Vorrangig zum Schutz von Kindern und Senioren, wie es heißt. Aber auch der Rest der Bewohnerinnen und Bewohner dürfte von den Maßnahmen profitieren.

Bei genauerem Hinsehen steigern Tempo 30 Zonen nämlich in fast allen Bereich die Lebensqualität. Allerdings gibt es mehrere Hindernisse. Jede Zone mit Geschwindigkeitsreduzierung muss separat geprüft und genehmigt werden. Zudem ist eine ständige Kontrolle erforderlich, denn redlich ein Schild mit Hinweis auf die Geschwindigkeitsbeschränkung reicht nicht aus.

Für eine ganze Reihe von Autofahrern gehören Schildern mehr oder weniger zur urbanen Folklore. Park- oder Halteverbot genau so wie ein Tempolimit oder gar eine Spielstraße — gilt für andere, nicht für einen selber. Lediglich bei Einbahnstraßen ist man deutlich folgsamer, auch wenn gerne mal rückwärts reingefahren wird.

Schaut man nach Köln, gibt es dort zumindest eine kleine, verschämte Webseite zum Thema. Mehr Verkehrssicherheit, weniger Unfälle, mehr Lebensqualität. Die Zahl von insgesamt 450 geplanten Zonen mit Geschwindigkeitsbeschränkung hält sich für Köln großartig an. Allerdings ist die Zahl wenig aussagekräftig. Eine prozentuale Angabe wäre hier deutlich hilfreicher.

Tempo 30 als Traum
Tempo 30 als Traum

Lobbyisten gegen Tempo 30

Auf der Webseite der Stadt Köln werden brav die Vorteile von Tempo 30 aufgezählt. Es sind eine ganze Menge, muss auch der Autofahrer zugestehen. Meiner persönlichen Meinung nach sind es gute Gründe, grundsätzlich in Innenstädten Tempo 30 als Limit vorzuschreiben.

Es wäre etwa für Köln eine Maßnahme, der Auswirkungen für Umwelt und Lebensqualität sofort spürbar sind. Im Übrigen ganz ohne Verbot von Dieselfahrzeugen. Hohe Effizienz bei geringen Kosten. Es wäre nicht mal viele neue Schilder notwendig, da das Tempolimit grundsätzlich in der Innenstadt gelten würde. Freilich muss solche Änderung vermutlich auf Bundesebene beschlossen werden — und da greifen wieder die Lobbyisten ins Steuer.

Eine andere Maßnahme besteht aus meiner Sicht darin, die Straßen für Autos zu verkleinern und für Fahrradfahrer und Fußgänge zu vergrößern. Etwa dadurch, dass auf zweispurige Straßen in einer Verkehrsrichtung verzichtet wird. Rückbau von Parkplätzen und regiere Kontrollen bezüglich Falschparker wäre ein weiter Schritt. Als Nebeneffekt würde dann das Autofahren in Innenstädten unattraktiv werden.

Weniger Schadstoffe, weniger Lärm und Straßen, die von den Anwohnern mehr oder weniger wieder zurückerobert werden könnten. Städte wieder lebenswert machen, Tempo 30 ist hier ein idealer Anfang.

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über Thomas Boley


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Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren