Tiny House Nation

Tiny House Nation

Manche Serien auf Netflix lassen sich innerhalb kürzester Zeit verschlingen. Die Doku-Reihe Tiny House Nation gehört in jedem Fall dazu.

Lebenswerter durch Verzicht

Das Thema Tiny House beschäftigt meine Frau und mich jetzt bereits seit mehreren Monaten. Dabei wissen wir nach wie vor nicht, ob wir selber in der Lage wäre, in so ein winziges Haus zu ziehen. Aber die Vorstellung hat etwas Faszinierendes an sich, weit über den ökonomischen Aspekt hinaus.

So ein Tiny House bietet, was in der Natur seiner Sache liegt, deutlich weniger Platz. Es muss dadurch nicht unbedingt kleiner wirken, aber man kann definitiv weniger unterbringen. Mit anderen Worten: Der verfügbare Raum, in dem man sich bewegt, entspricht möglicherweise dem, in der derzeitigen Wohnung — minus dem ganzen Krempel, der die Wohnung zustellt.

Der Schlüssel ist hier Freiheit durch Beschränkung und Verzicht. Das merke ich gerade bei der Aktion zur Reduzierung der Brettspiele wie auch an anderen Dingen in meinem Leben. Mehr ist nicht immer eine Bereicherung, sondern kann auch zu einer Belastung werden. Wenn die Wohnung vollgestellt ist, muss man nämlich auch mehr putzen. Und das machen, mit wenigen Ausnahmen, die wenigsten von uns wohl gerne. Im Grund genommen beginnt ein Tiny House im Kopf.

Tiny House Nation
Tiny House Nation

Eine Tiny House Serie

Zufällig entdeckten meine Frau und ich am Anfang der Woche die Serie „Tiny House Nation“ auf Netflix. Nach den ersten Minuten waren uns zwei Dinge klar. Wir würde sie uns mit Begeisterung ansehen, aber nicht in der deutschen Synchronisierung — Die ist grauenhaft und vermittelt einen ganz anderen Eindruck. Abgesehen davon ist sie nicht lippensynchron.

Wie dem auch sei, wir haben die Serie nicht nur weiter gesehen, sondern verschlungen. Leider ist nach sieben Folgen bereits Schluss. Besonders gefallen haben uns John Weisbarth und der Experte Zack Giffin, welche die einzelnen Familien bei ihrem Schritt zum Tiny House begleiten und unterstützen. Ein kleines Haus, welches aber große Schritte und Einschnitte erfordert, wie immer wieder zu sehen war. Dabei ist insbesondere John einfühlsam und auch humorvoll.
Oft erfolgt der Umzug mehr oder weniger unter Zwang, weil man sich aus unterschiedlichen Gründen finanziell einschränken muss. Krass ist auch ein Fall, wo ein Ehepaar nach dem Urlaub ein „zu verkaufen“ Schild vor ihrem Haus, in dem sie zur Miete wohnten, vorfand.

In der letzten Folge dann gab es ein Ehepaar, das in ein kleines Haus ziehen wollte, um ihr Leben einfacher zu machen. Um weniger Ballast zu haben, der erdrückend wirken kann.
Mehr Zeit für sich und einander haben, dieser Punkt schimmerte aber auch bei den anderen Beispielen durch.

Vorbilder zur Nachahmung

Für mich sind die vielen Einblicke in den sieben Folgen Vorbilder zur Nachahmung. Bei YouTube gibt es noch eine ganze Reihe von kürzeren Beiträgen. Mich alles erinnert es daran, ein Buch zu lesen, welches ich mir mal vor Jahren gekauft habe: „Simplify your life“

Viel mehr als um ein Tiny House geht es mir darum, die Anzahl der Ketten zu verkleinern. Es ist auch das Geheimnis, warum ich mich im Urlaub auf einer Insel so gut erholen kann. Nur leichtes Gepäck dabei, alles was sonst im Alltag belastet, steht zu Hause.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren