Wahlhelfer motivieren

Wahlhelfer motivieren

Für den geregelten Ablauf einer Wahl sind Wahlhelfer unentbehrlich. Noch gibt es für sie jedoch kein Artenschutzprogramm.

Wichtiges Ehrenamt

Auch bei der anstehenden Europawahl am 26. Mai sind wieder allerorts Wahlhelfer im Einsatz. Was viele Wählerinnen und Wähler möglicherweise nicht wissen: die Wahlhelfer sind überwiegend ehrenamtlich in ihrer Freizeit tätig, nur in Ausnahmefällen werden städtische Angestellte eingesetzt. Für den Ablauf im Hintergrund, also die Koordination, Organisation und Zusammentragen der Ergebnisse wiederum sind städtische Mitarbeiter auch am Wahlsonntag im Einsatz. Ohne die ehrenamtlichen Wahlhelfer jedoch könnte eine reibungslose Durchführung von Wahlen nicht gewährleistet werden.

Wahlhelfer zu werden ist dabei recht einfach. Nehmen wir als Beispiel die Ende des Monats stattfindende Europawahl. Man muss über 18 Jahre alt sein, über die deutsche oder eine Staatsangehörigkeit eines europäischen Mitgliedsstaates verfügen und seit mindestens drei Monaten in Deutschland oder einem anderen europäischen Staat leben. Zudem darf man nicht aus bestimmten Gründen vom Wahlrecht ausgeschlossen sein. Hat man Interesse, wendet man sich rechtzeitig vor der Wahl an die Stadt oder Gemeinde, in der man lebt. Meistens gibt es auch Aufrufe in der Zeitung oder auf Plakaten, denn ehrenamtliche Helfer werden immer gesucht. Wer bereits als Wahlhelfer tätig war, bekomm vorab in der Regel ein höflich Einladung, sich doch wieder zu beteiligen.

Jutetasche für Wahlhelfer
Jutetasche für Wahlhelfer

Demokratie heisst Wahlhelfer

Auf der Sonderseite der Stadt Köln wird es sehr gut auf den Punkt gebracht. Demokratie bedeutet mitmachen. Wahlhelfer machen in jedem Fall mit und leisten einen wichtigen Beitrag für die Demokratie.
Selber habe ich mich schon einige Male aktiv beteiligt, meistens mit sehr positiven Erfahrungen. Für mich ist es immer wieder spannend, ganz nah dran zu sein. Auch als alter Hase lernt man allerdings immer wieder etwas dazu, wie ich gestern feststellte.

Im Bezirksrathaus Ehrenfeld nahm ich an einer Schulung für Wahlhelfer teil. Die überraschte mich etwas, weil sie erstaunlich gut war. Schulungen kenne ich bereits aus der Vergangenheit, aber die gestern verlief anderes. Keine Massenveranstaltung, bei dem man noch mal das erzählt bekommt, was im Leitfaden für Urnenwahlvorstände steht — diesen bekommt man mit seiner Ernennungsurkunde zugesendet.

Es gab einen theoretischen Teil, der sich auf den Anlauf am Wahltag bezog und einen praktischen Teil für das, was nach 18 Uhr stattfindet: die Auszählung der Stimmzettel. Im praktischen Teil wurde in Gruppe tatsächlich Stimmzettel (für fiktive Parteien) ausgezählt und das Ergebnis anschließend besprochen. Also nicht, warum welche Partei wie viele Stimmen bekommen hat, sondern ob richtige gezählt wurde. Das insbesondere bei den Stimmzettel spannende, die zu den so genannten Kuriositäten zählen.

Stapelbildung bei Stimmzetteln

Nach dem Öffnen der Urnen zur Auszählung werden alle Stimmzettel in drei Stapel aufgeteilt. Auf Stapel A kommen solche Stimmzettel, bei der die Stimme zweifelsfrei gültig ist, sich also nur genau ein Kreuz in einem der Kreise für eine Partei befindet.
Auf Stapel B landen die Stimmzettel, die zweifelsfrei ungültig sind. Das sind die Zettel, welche komplett leer in die Urne geworfen wurden.

Schließlich Stapel C. Das ist der Rest. Dort landen Stimmzettel, bei denen etwa statt eines Kreuzes ein Smiley gemacht wurde. Oder zwei Kreuze statt einem. Auch solche Zettel, bei denen jemand seinen Namen geschrieben hat. Der Wahlvorstand, als alle Wahlhelfer eines Stimmbezirkes, entscheiden anschließend gemeinsam über jeden einzelnen Zettel. Dort wo der Wählerwille eindeutig erkennbar ist, wird die Stimme für die entsprechende Partei gezählt, der Rest gilt dann als ungültig.
Was sich vielleicht trocken anhört, wird unterhaltsam, wenn es ein Rheinländer vorträgt.

Das fing schon bei der Vorstellung an. Man würde für die Schulung eigentlich vier Stunden benötigen. Wenn keine Fragen gestellt würden, wäre man bei drei Stunden. Durch Verzicht auf Pausen dann bei zwei. Tatsächlich waren wir nach anderthalb Stunden trotz Fragen und Praxisteil durch mit der Schulung. Offenheit und Humor sind für mich auf ein motivierender Faktor. Wenn dann noch alle Fragezeichen im Kopf nach der Schulung verschwunden sind, wie es bei mir gestern der Fall war, kann man dem Wahlsonntag entspannt entgegensehen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren