Rollenspiele im Systemvergleich

Rollenspiele im Systemvergleich

Unter dem Oberbegriff Rollenspiele verbergen sich eine Reihe von Missverständnissen. Fast jugendfrei handelt es sich dabei auch um ein Genre bei Videospielen.

Mit Stift und Papier

Die erste Begegnung mit Rollenspiele hatte ich in meiner Oberstufenzeit. Es waren nicht nur klassische Pen & Paper, sondern das klassische Rollenspiel überhaupt: Dungeon & Dragons

Davor gab es erste Berührungspunkte mit dem Genre über so genannte Abenteuerbücher, das bekannteste darunter war „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“ — das befindet sich nach wie vor in meinem Besitz. Es folgten eine Reihe weitere Pen & Paper Rollenspiele, parallel dazu spielte ich beim meinem Bruder Warriors of the Eternal Sun auf seinem Sega Mega Drive. Das war mal was vernünftiges, denn auch mein kleiner Bruder Experimente bereits mit Rollenspielen, allerdings eher mit dem unter Kennern verschrieenen „Das Schwarze Auge“.

Dann kam das Studium und es wurde dunkle. Hier und da gab es mal eine Pen & Paper Gruppe, die selten drei Abende überstand. Was Videospiele anbelangte, stand ich abseits mit meinem gebrauchten 286er. Auch mit dem Pentium 100 wurde es nicht besser, sondern erst, als ich einen kompletten Systemwechsel vollzog und mir meinen ersten Apple Computer kaufte. Da es bei dem Betriebssystem etwas müde mit Spielen aussah, erwarb ich parallel dazu eine Playstation (one) — eine völlig neue Erfahrung für mich.

Rollenspiele im Bild
Rollenspiele im Bild

Konsolen und Rollenspiele

Mein erstes Rollenspiel auf der Playstation war dann Final Fantasy VII, welches mich und meine Frau sofort in den Bann zog. Viele weitere Spiele folgten, auch nach dem Update auf die Playstation II. Neidisch schaute ich aber dann herüber zur Xbox, denn für dieses System gab es ein Rollenspiel, welches nicht für die Playstation II umgesetzt wurde: Morrowind
Nach dem die Onlineanbindung der Playstation II für viel Frust sorgte, zog eine Xbox bei meiner Frau und mir mit ein. Kleine Fußnote noch zur Onlineanbindung. In Deutschland gehörte ich zu einem der ersten überhaupt mit eine onlinefähigen Playstation II — möglich gemacht durch die Teilnahme ab Beta-Programm von Sony.

Zu den ersten Spielen, die für die Xbox gekauft wurden, gehörte dann natürlich auch Morrowind. Für mich nach wie vor ein verdammt packendes Rollenspiel, trotz offener Spielwelt.

Den Zusatz muss ich wohl erklären, denn mittlerweile habe ich festgestellt, dass ich zu viel Open World nicht mag. Beziehungsweise, damit nicht zurecht komme. Ich verlaufe mich in unwichtigen Nebenhandlungen oder ziehe auf eigene Faust los, bis ich irgendwann den roten Faden der Handlung völlig verloren habe.

West versus East

In Bezug auf Rollenspiele gab längere Zeit einen großen Unterschied zwischen Xbox und Playstation. Auf der einen Konsole gab es eher westlich angehauchte Rollenspiele, auf der anderen welche, die dem asiatischen Kulturkreis entsprangen. Zumindest grob vereinfacht gesagt. Mit der Zeit merkte ich, das mir nicht nur die Xbox als System besser gefiel, sondern auch die westlichen Rollenspiel.

Spulen wir weiter vor. Nach langer Zeit des Zögerns hatte ich mir Ende letzten Jahres Final Fantasy XV für die Xbox one gekauft. Weiter kam ich nicht mit dem Spiel. Der ganze Stil war nichts für mich, die Welt viel zu groß. Erstaunlicherweise ist der springende Punkt nicht west versus east, sondern zu viele Freiheiten, bei denen die Haupthandlung absäuft. Das habe ich auch bei Red Dead Redemption II festgestellt. Wirklich sau cooles Spiel, über ein Drittel der Handlung bin ich jedoch bisher nicht hinausgekommen.

Ganz anders bei der Mass Effect Trilogie. Die einzelnen Teile erschienen zwar vor längerer Zeit für die Xbox 360, lassen sich aber auch auf der Xbox one spielen. Bei Teil 1 und Teil 2 war das für mich ein erneutes spielen, denn die kannte ich bereits. Teil 3 jedoch ist für mich komplett neu. Jetzt, nach den ersten 20 Spielstunden kann ich schon ein Zwischenfazit ziehen. BioWare hat sich bei der Entwicklung enorm gesteigert, so das Teil 3 wirklich wie der Höhepunkt der Serie wirkt. Da ist kein Gram Fett mehr zu viel, jede Nebenhandlung fließt im Ergebnis mit in den Hauptstrang. Das hämmert einen regelrecht durch die Handlung, viel Zeit für Verschnaufpausen gibt es nicht. Wie fühlt sich das an? Verdammt gut! Ein Rollenspiel, bei dem man Entscheidungen treffen kann, die eine Auswirkung haben. Kein stundenlanges aufleveln oder Blümchen sammeln in einer offenen Spielwelt. Action pure. Man fühlt sich als Teil eine großen Science Fiction Saga, insbesondere dann, wenn man wie ich nahtlos alle drei Teil hintereinander spielt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren