Kaffeelehrling im Wunderland

Kaffeelehrling im Wunderland

Hinsichtlich der Zubereitung eines der liebsten Heißgetränke sind die meisten allenfalls Kaffeelehrling. Die Bohne ist anspruchsvoller als erwartet.

Kaffeekonsum gestern

Meine Geschichte des Kaffekonsums ist eine Geschichte voller Miss- und Mischverstädnisse. Sie beginnt mit der Einschulung, als man mir morgens auch eine Tasse Kaffee zugestand — damit der Junge richtig wach wird. Zu der Zeit trank ich meinen Kaffee steht mit Milch und Zucker. Wobei Milch hier „Milch“ meint, nämlich das unter dem Begriff „Kondensmilch“ firmierende Zeug.
Soweit ich mich erinnern kann, stammte der stets gemahlene Kaffee für die Zubereitung aus vakumierten Verpackungen und wurde gerne auch von streugünstigeren Einkäufen aus dem Nachbarland mitgebracht. Gebrüht wurde meisten mit einer handelsüblichen Kaffeemaschine. Kein Wunder, dass das Ergebnis nur mit Milch und Zucker erträglich war.

Das Kaffee auch ganz anders sein konnte, lernte ich dann erst als junger Erwachsener. Davor lag aber eine Zeit des Widerstands, als ich in einer Art geschmacklichen Rebellion auf Tee umstieg. Den kaufte ich lose und frisch, was sich später auch auf meinen Kaffeekonsum auswirken sollte.

Noch war ich nicht mal ein Kaffeelehrling, kaufte aber wie der Freundeskreis auch den Kaffee im Eine-Welt-Laden und bereitete ihn in einer French Press zu. Stark und schwarz, genießbar mit mindestens ein Drittel Milch. Im Zivildienst und zu Beginn meines Studiums war das mindestens frische Vollmilch, idealerweise Vorzugsmilch direkt vom Bauern. Auf Zucker verzichtete ich zu der Zeit bereits.

Kaffeelehrling arbeitet mit Mühle
Kaffeelehrling arbeitet mit Mühle

Anfänge als Kaffeelehrling

Mit den Jahren wurde ich dann zum Kaffeelehrling. Trotzdem war der Weg weiter mit Irrtümer gepflastert, etwa die Aufbewahrung von Kaffee im Kühlschrank — ziemlicher Unfug. Als Kaffeelehrling probierte ich auch unterschiedliche Zubereitung aus. Die French Press wurde lange Zeit benutzt, dann kam eine Phase mit einer etwas besseren Kaffeemaschine — ein Geschenk, welches ich zum Glück schnell wieder los wurde. Die Maschine versprach zwar, Kaffee „wie handgebrüht“ zu machen, aber nur von handgebrüht ist tatsächlich von Hand gebrüht. Auf das Verfahren wechselte ich dann nach dem die Maschine den Haushalt verlassen hatte.

Einem weiterer Irrtum in meiner Anfangszeit als Kaffeelehrling unterlag ich hinsichtlich der Crema sein. Die sollte möglichst wie ein Schaumbad aussehen, also wurde eine Senseo-Maschine angeschafft. Mit zunehmenden Alter wird mancher von uns auch klüger. Andere wie ich landen dann bei Nespresso und dem Kapselsystem.

Das ging eine ganze Zeit lang gut, bis dann der Verstand einsetze und mir klar wurde, was für eine Umweltsauerei das Ganze ist und vor allem, wie viel Geld ich für ein Kilo Kaffee eigentlich umgerechnet zahle.

Auch wenn es zwischendurch Ausflüge in andere Zubereitungsmethoden wie etwa die mit Hilfe der Aeropress gab, führte der Weg letztendlich zu einer ausgewachsenen Siebträgermaschine. Vor zwei Jahren war die Zeit dann reif, sich Gedanken über den Wechsel zu machen.

Erfahrungen mit der Siebträgermaschine

Mittlerweile habe ich mich an den Umgang mit der Siebträgermaschine, würde mich aber nach wie vor noch als Kaffeelehrling und niemals als (Home-)Barista bezeichnen. Bei der Zubereitung mache ich immer noch eine ganze Reihe Fehler, selbst die Aufbewahrung der Bohnen ist längst nicht optimal, wie ich heute wieder feststellen musste. Gerade bei etwas geringeren Durchsatz ist die Frage der Lagerung nicht unerheblich, daher habe ich mir nach langem Zögern jetzt eine hoffentlich passende Dose gegönnt.

Durch ein Video bei YouTube habe ich zudem gelernt, was es mit frischem Kaffee Aufsicht hat. Nach der Rüstung sollten die Bohnen nämlich erstmal 10 Tage bis zwei Wochen lagern und CO2 ausdünsten, welches durch die Röstung ansteht. Andernfalls überwiegt bei der Zubereitung die Säure. Zu wenig CO2 sollte allerdings auch nicht drin sein, denn sonst gibt es kaum Crema.
Kauft man Bohnen, ist es daher deutlich informativer, wenn nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern das Datum der Rüstung auf der Verpackung steht. Das weiß ich mittlerweile sogar als Kaffeelehrling.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren