Impfpflicht für Organspender

Impfpflicht für Organspender

Für Aluhutträger wird es eng in Deutschland. Politiker aus mehreren Parteien sprechen sich mittlerweile für eine Impfpflicht aus.

Unter dem Aluhut

Auch wenn man immer noch keinen Schutz vor Miethaien gefunden hat, sprach sich am Wochenende SPD-Parteichefin Andrea Nahles für eine Impfpflicht aus. Vermutlich ist es einen der wenigen Punkte, wo ich mit Frau Nahles einer Meinung bin. Die Notwendigkeit einer generellen Impflicht steht für mich außer Frage. Wer die Gefährlichkeit von Krankheiten wie Masern leugnet, nun ja, gegen Dummheit gibt es auch noch keinen Impfschutz. In dem verlinken Artikel habe ich aus meiner Sicht auch schon so ziemlich alles geschrieben, was ich zu dem Thema zu sagen habe. Gleiches gilt im Prinzip auch für Organspende, aber dazu später.

Der Schutz der Bevölkerung ist wichtig und die Einführung einer Impflicht zur Gewährleistung des Schutzes daher ratsam. Es geht hier nicht um persönliche Meinungen, sondern um wissenschaftliche Fakten — die ganz klar für einen Impfschutz sprechen. Masern können tödlich enden. Ja, es gibt immer ein Restrisiko beim Impfen. Das ist aber so gering, dass es im Vergleich zum Schutz durch die Impfung (auch für die Allgemeinheit) zu vernachlässigen ist.

Impfgegner haben eine ganze Reihe weiterer Argumente, die sie ins Feld führen. Zum Beispiel, dass die Krankheiten, gegen die geimpft werden soll, doch in Deutschland ausgestorben sind. Tja, warum wohl? Genau, weil dagegen geimpft wurde! Wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung gegen eine Krankheit geimpft sind, greift der sogenannte Herdenschutz. Dadurch sind auch die vor der Krankheit indirekt geschützt, die nicht geimpft wurden.

Impfpflicht fängt auf
Impfpflicht fängt auf

Pro Impfpflicht

Wenn die Impfquote deutlich unter 95 Prozent in Bezug auf die Gesamtbevölkerung sinkt, dann kippt auch der Herdenschutz. Die Schutzmauer gegen die Krankheit wird löcherig, es kann zu einem Ausbruch von Krankheiten kommen, die eigentlich schon als ausgestorben galten.

Eine Impfpflicht dient dem Schutz aller. Staatlicher Druck ist in diesem Fall notwendig, auch wenn er als Eingriff in die persönliche Freiheit empfunden wird.

Auf einem ganz anderem Blatt steht das Thema Organspende, welches meiner Meinung nach nicht in den gleichen Topf geworfen werden sollte. Anders als bei der Impfpflicht darf hier nach wie vor nur auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Dazu gehört für mich auch unabdingbar die Freiheit, sich nicht verbindlich zu entscheiden. Der eigene Tod ist etwas sehr persönliches, anders als der Schutz der gesamten Bevölkerung durch Impfung.

Gleiches gilt für das Klima, auch hier muss die individuelle Freiheit zurückstehen, wenn dieser Planet noch eine Zukunft haben soll.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren