Unendliche Geschichte

Unendliche Geschichte

Der Brexit wird möglicherweise die neue Unendliche Geschichte. Die erneute Verschiebung des Austrittsdatums ist nicht ohne Risiko.

Jugendliteratur neu erzählt

Als die „Die unendliche Geschichte“ von Michale Ende 1979 erschien, dachte noch niemand an den Brexit. Die Welt schaute gespannt Richtung Iran, wo mit Chomeini der Umsturz des Schahs-Regimes erfolgt. Besser wurde es nicht, ebenso wie im Irak, wo Saddam Hussein an die Macht kam.

Der polnische Papst Johannes Paul II. reiste zum ersten Mal nach Einführung in sein Amt nach Polen. Im selben Jahr kam es zu einer schweren Kernschmelze eines Atomreaktors in Harrisburg. So Wikipedia listet noch 13 weitere größere Katastrophen, die sich 1979 ereigneten. Erstaunlicherweise war Großbritannien in dem Jahr nicht besonders auffällig.
Vierzig Jahre später sieht das Ganze anders aus. In den letzten Wochen und Monaten wurde zumindest für mich der Brexit zu einem modernen Märchen für Erwachsene. Leider mit wenig Hoffnung auf ein Happy End. Ende schreibt in „Die unendliche Geschichte“ von der Welt Phantásien, die droht durch das Nichts zerstört zu werden. Parallel zu Großbritannien von heute sind selbstverständlich rein zufällig.

Der Titel Unendliche Geschichte im Zusammenhang mit dem Brexit kam mir deshalb in den Sinn, weil es mittlerweile einen neuen Stichtag für den Austritt gibt.

Unendliche Geschichte Brexit — Versuch 36
Brexit, 36. Versuch

Unendliche Geschichte ohne Happy End

Die Staaten der EU minus Großbritannien haben letze genanntem Land einen Aufschub bis zum 31. Oktober 2019 gewährt, um ins Reine zu kommen. Hört sich schräg an, ist aber genau so. Eine Änderung des verhandelten Austrittsabkommen wird es nicht geben. Die britische Regierung muss als genau jenes Ergebnis, welches bereits drei Mal im Unterhaus abgelehnt wurde, ratifizieren. Passiert das nicht bis zum Stichtag, fliegt Großbritannien ohne Vertrag aus der EU.

Der Brexit als Unendliche Geschichte? Ja, weil die Situation für Premierministerin Theresa May die gleiche ist wie letzte Woche. Wobei, nicht ganz, denn man wird wohl an den EU-Wahlen teilnehmen müssen. Mit so einem Ergebnis würde ich mich an ihrer Stelle nicht nach Hause trauen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt zwar, das Chaos eines ungeordneten Brexit sei vorerst abgewendet . Eine echte Lösung ist jedoch nicht in Sicht. Immerhin, die EU hat noch eine Hintertür offen gelassen. Großbritannien könne auch ohne Probleme von seinem geplanten Austritt zurücktreten. Ein Schelm, wer arges dabei denkt.

Egal zu welchem Ergebnis die Unendliche Geschichte Brexit am Ende kommen wird, in der Zwischenzeit dürfte die Unsicherheit des Ausgangs bereits Schaden versucht haben. Investitionen, die auf Eis liegen, Menschen, die um ihre Existenz bangen. Dran sollte man die Politiker im Unterhaus erinnern und fragen, ob der ganze Brexit wirklich den Menschen in Großbritannien dient.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren