FDP ohne Zukunft

FDP ohne Zukunft

Die FDP galt einige Jahre als Partei ohne Zukunft. Daher freute sich zunächst über die „Fridays for Future“-Demos in den Städten.

Liberales Missverständnis

Es ist grundsätzlich immer etwas merkwürdig, im Wahlkampf auf die Hose zu machen und sich dann, wenn es ernst wird, aus der Verantwortung zu stehlen. Ein paar Wochen lang führte die FDP nach der Bundestagswahl im Herbst 2017 Koalitionsgespräche, bevor sie kalte Füße bekam. Natürlich gab man den anderen die Schuld am Scheitern und fand dafür auch einen markigen Spruch:

Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.
Christian Lindner

So sind sie, die Liberalen. Überall Missverständnisse und das größte sind sie selber. Mit Wehmut erinnert sich einige von uns an die Zeit, als der Bundestag ganz gut oder die FDP auskam. Kurz vor dem Endgültigen Hinscheiden wurde jedoch erkannt, wie wichtig die Freien Demokraten sind. So wie wird die Partei etwa von der Industrie dringend benötigt, die sonst gar nicht wüsste wohin mit den ganzen Spendengeldern. Auch zahlreiche Lobbyisten würde eine Heimat fehlen. So zog die FDP also wieder in den Bundestag und macht nach ihrer Absage gelegentlich auf sich aufmerksam. So auch in den vergangenen Tagen.

FDP ist wie VHS
FDP ist wie VHS

Fridays for FDP

Mit ziemlicher Sicherheit hat die FDP zunächst den Slogan „Fridays for Future“ falsch verstanden. Es dauert etwas, bis sie erkannte, dass es nicht um Zukunft der deutschen Autoindustrie geht. Und auch nicht für den Erhalt der FDP protestiert wurde. Nein, es geht um die Klimapolitik.

Das das daher ein Dorn im Auge der Partei und ihres Chefs Christian Lindern ist, sollte nachvollziehbar sein. Schließlich hat diese Partei lange genug in wechselnden Bundesregierungen gewirkt und an der Misere mindestens eine Mitschuld.
Es heisst, der Herr Lindner habe ein Problem damit, wenn Protest während der Schulzeit stattfinden. Nachvollziehbar, denn der gute Herr hat auch Probleme damit, wenn etwa Pflegekräfte während der Arbeitszeit für höhere Löhne streiken — dafür ist schließlich die Freizeit da.

Darüber hinaus heisst es von Christian Lindern, Streiks seien für allgemeine politische Zwecke vorgesehen. Klimaschutz, davon ist er nach wie vor überzeugt, sollte man außerdem den Profis überlassen — als Menschen wie ihm, denen wir den Mist überhaupt erst zu verdanken haben. Ist ja auch logisch, wer einem die Suppe einbrockt, soll sie auch wieder auslöffeln.
Aber für die FDP ist das mit dem Klima alles nicht so schlimm. Die Klimaziele der Bundesregierung haben für die Freien Demokraten daher den Beigeschmack von Planwirtschaft. Vielleicht sollten Herr Linder und seine Mitstreiter das angepasste Zitat von 2017 zu Herzen nehmen: „Es ist besser, nicht zu sagen, als Blödsinn von sich zu geben“.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren