Sushi to go or not to go

Sushi to go or not to go

Wie bei allen Gerichten aus rohen Zutaten ist Sushi vor allem Vertrauenssache. Aber nicht frischer Fisch sorgt für einen gelungenen Abend.

Wechselbad des Service

Kennen gelernt haben meine Frau und ich Sushi erst so richtig, seit dem wir in Köln wohnen. Natürlich haben wir uns sofort verliebt, denn wir mögen beide Fisch, vor allem wenn er frisch und grätenfrei ist. Die Erfahrungen mit Sushi-Restaurants in Köln sind aber bisher komme durchwachsen gewesen. Mal hatten wir richtig Glück, bei anderen sind wir so richtig auf die Nase gefallen. Gut, zumindest eine Fischvergiftung ist uns bisher erspart geblieben.

Wie bei vielen Restaurants ist es auch bei Sushi so, dass die Schlagzeile der Süddeutsche Zeitung vom Samstag im Wirtschaftsteil zu 100 Prozent zutrifft: „Billigschnitzel haben ihren Preis“. Irgendwo wird immer gespart und nicht nur laut SZ ist das vor allem beim Personal. Diese Erfahrung habe ich bisher auch immer wieder gemacht.

So auch gestern Abend beim Besuch des Okini hier in Köln. Kleiner Tipp am Rande: Wenn an der Tür ein Zettel hängt, auf dem nach Teilzeitkräften für den Service gesucht wird, sollte man am besten direkt wieder auf dem Absatz kehrt machen. Es kann sein, dass man sich nämlich eine Enttäuschung erspart, in dem man dort nicht einkehrt.

Vermutlich besser als Sushi
Vermutlich besser als Sushi bei Okini

Nicht alles Sushi

Wir sind trotzdem rein gegangen. Nicht nur, weil wir einen Tisch reserviert hatten, sondern auch weil wir den Tisch aus einem bestimmten Grund reserviert hatten. Der Geburtstag meiner Frau und den feiert man nicht, wenn man den Abend bevor er angefangen hat verdirbt. Außerdem hatten wir Lust auf Sushi.

Wie dem auch sei, wir bekamen einen guten Sitzplatz, auch wenn die Tischnachbarn Manieren vermissen ließen. Kann aber auch am Alter liegen. Recht schnell kam der erste Kellner an den Platz, entsperrte das Tablet zum stellen und fragte nach den Getränkewünschen. Wir entschieden uns für eine Flasche Weißwein und Wasser. Beides kam, nach dem wir bereits die ersten Speisen auf den Tisch hatten.

Was das Einschenken von Wein eingeht, nun, sagen wir mal so. Bei demjenigen, der uns bediente, ist noch viel Luft nach oben. Abgesehen davon hasse ich es, wenn Weißwein zu Tode gekühlt wird, um Fehlnoten im Geschmack zu verdecken. Und bei eingießen dem Gast den Wein fast auf die Hand zu schütten, weil man so unsicher ist, geht schon mal gar nicht.
Auch bei der Bestellung von Sushi & Co lief nicht alles rund. Trotz viel Personal dauert es ziemlich lange, manche heiße Gerichte kamen lediglich lauwarm an.

Krönungsgarnelen

Ab und an beschlich uns zwischen den Bestellungen der Eindruck, dass aus der letzten Bestellung noch Sachen fehlten. Ist bei all you can eat an sich kein Drama, schließlich bezahlt man einen Festpreis.

Die Krönung waren jedoch die Garnelenspieße, die wir recht am Anfang bestellt hatten und die nicht kamen. Wir bestellten dann später noch mal welche. Wir waren bereits fast satt, als wir dann die doppelte Menge Garnelenspieße bekamen. Wir mögen die beide wirklich gerne, aber so viel auf ein Mal muss nicht sein.

Bisher kann man über alles hinweg sehen und man sollte sich den Abend nicht vorzeitig verderben lassen. Wenn das Sushi passable ist, ist doch schon viel gewonnen. Nun, der Tiefpunkt kam dann mit dem Nachtisch, als er denn endlich kam. Nicht nur, dass die frisierte Banane meiner Frau durch die lange Wartezeit an den Tresen mittlerweile kalt war, nein, unter der Bananen und in der Sauce hing der Bestellbon. Indiskutabel! Als ich mich umsah, musste ich leider feststellen, dass dies kein Einzelfall ist. An der Küchenausgabe lagen die Bons auf den Schalen mit Suhsi und anderen Speisen einfach drauf — direkter Kontakt mit dem Essen.

Große traurige Augen schauten mich an, als ich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit den exakten Rechnungsbetrag ohne Trinkgeld bezahlte. Bei uns war es nicht der erste Besuch im Okini  in Köln. Aber, so viel steht jetzt fest, definitiv der letzte.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren