Platzbedarf bei Brettspielen

Platzbedarf bei Brettspielen

Wie viel Platzbedarf ein Brettspiel am Spieltisch hat, sagt nichts über seine Qualität aus. Nur darüber, wie viel Spieler teilnehmen können.

Raumgreifende Spiele

Kurz bevor Magnastorm vom Stapel mit den Neuanschaffungen übersiedeln musste zum „Pille of Shame“ kam es gestern Abend auf den Tisch. Meine Frau und ich waren mutig genug, uns zu zweit auf learning by doing einzulassen — die Spielregeln als während des Spiels zu lesen. Alleine oder zu zweit kann so was gut gehen, mit mehr Spielern würde ich das eher nicht probieren.

Vor zwei Wochen hatte ich bereits das Material ausgepöppelt und Karten gesleeved. Das war dann schon einen Schritt weiter, denn seit Anfang Dezember lag Magnastorm bei uns original verschweißt im Regal. Und um es direkt richtig zu stellen: beim Platzbedarf in Bezug auf Spiele geht es (ausnahmsweise) mal nicht um die benötigte Regalfläche, sondern wirklich um den Spieltisch.

Tja, und da gab es gestern bei Magnastorm gestern beim Spielaufbau die erste Überraschung. Obwohl wir nur zu zweit waren, musste wir den Tisch ausziehen. Auf 180 x 120 cm verteilten sich dann Aktionsplan, Spielplan, Forschungsplan und die beiden Spielertableaus. Dazu lag dann noch ein schwarzer Stoffbeutel am Tischrand herum. Bei so viel Platzbedarf verzichtet man lieber auf Getränke am Tisch.

Markierung für Platzbedarf
Markierung für Platzbedarf

Qualität und Platzbedarf

Wenn ein Spiel so viel Platzbedarf hat, weckt das zumindest bei meiner Frau und mir Erwartungen. Das muss dann schon was können. Wie gesagt, es war gestern die erste Partie Magnastorm — für eine Rezension auf Alpha Meeple habe ich mir selber das Ziel gesetzt, ein Spiel mindestens zehn Mal gespielt zu haben, um es wirklich beurteilen zu können.

Es ist daher also noch viel zu früh, lediglich ein Ersteindruck ist möglich. Sagen wir es mal so, Magnastorm hat keinen spontanen Sturm der Begeisterung bei uns beiden ausgelöst. Der Platzbedarf steht in keinem Verhältnis zu dem, was tatsächlich im Spiel passiert. Das Spielende selber kam ziemlich überraschend. Entgegen der üblichen Vorgehensweise, allen Spieler noch mal einen Zug zu ermöglichen, endetet es sofort, nach dem meine Frau die erforderlichen Siegpunkte hatte. Da ich vor ihr auf der Zugleiste stand, konnte ich auch nicht mehr darauf regieren.

Nun denn, es soll nicht um das Spiel Magnastorm gehen (auch wenn es mich aktuell beschäftigt), sondern um den Platzbedarf. Am Samstag und Sonntag hatten wir bereits Great Western Trail gespielt, darüber gibt es dann hoffentlich bald eine Rezension. Das Spiel benötigt deutlich weniger Platz am Tisch. Viticulture in der Essential Edition (also ohne Tuscany Erweiterung) verliert sich sogar fast auf dem Tisch.

Auf der anderen Seite der Skala gibt es Innovation, welches für ein reines Kartenspiel ziemlich ausladend wird. Nehme ich die drei genannten Spiele, dann lässt sich vom Platzbedarf nicht die Qualität eines Spieles ableiten. Wohl aber, wie groß der Spieltisch sein sollte und wie viele Spieler mitspielen können. Genau das fehlt jedoch auf allen Spielschachteln. Angaben „2 bis 6 Spieler“ sind unsinnig, wenn man bei voller Besetzung einen drei Meter langen und ein Meter breiten Tisch benötigt.

One Reply to “Platzbedarf bei Brettspielen”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren