Karl Lagerfeld verstorben

Karl Lagerfeld verstorben

Im Alter von vermutlich 85 Jahren verstarb der Hamburger Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Den meisten von uns hinterlässt er einen Schatz an Zitaten.

Modekönig mit Sprüchen

Mit einer großen Schlagzeile rief es die Süddeutsche Zeitung heute in die Welt hinaus. „Der König ist tot“. Auch wenn vielleicht Kalt Lagerfeld eine Größe in der Modebranche war, ist das doch etwas übertrieben. Ein König regiert über sein beziehungsweise sein Volk. Was aber wäre das Volk von Karl Lagerfeld gewesen? Hat er überhaupt Mode fürs Volk gemacht? Ich bin mir da nicht sicher. Wobei ich mir auch nicht sicher bin, welchen Einfluss die Haute Couture überhaupt hat auf das hat, was das so genannte Fußvolk trägt.
Vielleicht liegt es an mir selber, der sich eher zu den Modemuffeln zählen würde. Stilistisch hat sich bei mir wenig getan, außer das die Farben etwas gedeckter geworden sind. Nach wie vor stammt der größere Teil meiner Kleidung aus Ausrüstungsläden. Und das Karl Lagerfeld etwa eine Treckinghose gestaltet hätte, ist mir nicht bekannt.

Abgesehen davon sehe ich auch nicht große Sprünge in der Altagsmode, so wie es noch vor hundert Jahren der Fall war. Den Unterschied zwischen 1900 und 1920 wird man in Bezug auf die Mode durch breite Schichten feststellen können. Zwischen 1999 und 2019 sind es eher marginale Details, wie ich finde. Aber was weiß ich schon.

Krokus für Karl Lagerfeld
Krokus für Karl Lagerfeld

Sonnenkönig Karl Lagerfeld

Liest man den Nachruf in der Süddeutsche Zeitung, bekommt man einen Eindruck davon, was man alles nicht über ihn wusste. Für mich ganz neu etwa, dass seinem Vater die Kondensmilchfirma Glücksklee gehörte. Die Marke kenne ich noch aus meiner Kindheit. Mit Lagerfeld habe ich sie nie verbunden.

Man erfährt auch etwas über die Kindheit von Lagerfeld. In schwierigen Verhältnissen aufwachsen kann man auch in einem kalten, reichen Elternhaus. Was wäre wohl aus ihm geworden, wenn die Mutter nicht solche hohe Erwartungen an ihn gehabt hätte?
Von den vielen Zuschreibungen  wie etwa Kaiser, Modezar, Stilikone und Dandy trifft letzteres meiner Meinung nach am besten auf den verstorbenen zu. Den Hut ziehen kann man auf jeden Fall vor seiner eisernen Disziplin. Ein Mensch, der immer mehr sich selber inszeniert, ja selbst definiert hat. Verübeln kann man ihm das nicht. Auch nicht seine schon legendären Sprüche wie etwa den über die Jogginghose:

Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.
Karl Lagerfeld

Nach wie vor finde ich, dass Lagerfeld den Nagel hier ziemlich gut auf den Kopf trifft. Selbst im Homeoffice ziehe ich mich so an, als säße ich im normalen Büro. Das ist mir einfach wichtig und stärkt mich. Vielleicht hat mich hier ja auch die Dallmayr Werbung etwas geprägt. Ein Mann, der sich in Schale wirft, obwohl er nur Kaffee kaufen geht. Etwas Lagerfeld steckt wohl auch da drin.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren