Serienfriedhof Netflix

Serienfriedhof Netflix

Schlechte Serien gehören auf den Serienfriedhof. Dieser kann sich allerdings als ein Friedhof der Kuscheltiere entpuppen.

Missionsabbruch

Durch lebenslange Übung erreicht man einen Zustand, der einem einen frühzeitigen Abbruch ermöglicht. Für viele von uns dauert es lange, bis die Erkenntnis reift, ein Buch nicht zu Ende lesen zu müssen. Man muss sich nicht durch schlechte Romane quälen, es gibt dort draußen in den Buchhandlungen noch so viel besseres, als das man seine Lebenszeit mit Schund verschwendet.
Gleiches gilt für Filme und Serien. Die gibt es allerdings nicht in Buchhandlungen, sondern mittlerweile Vorzugsweise bei Streaminganbietern wie etwa Netflix. Beim riesigen Angebot kann man schon mal etwas zum Serienfriedhof tragen, wenn einem die gerade angefangenen Serie nicht gefällt. Sei es, weil sie den Erwartungen nicht gerecht wird, oder etwa vor unnötiger Gewalt  nur so trieft.

Je häufiger man den Serienfriedhof benutzt, desto besser wird man, die Spreu vom Weizen rechtzeitig zu trennen. Wobei man hier jedoch erwähnen sollte, dass es vom individuellen Geschmack abhängt, ob einem eine Serie gefällt oder nicht.

Anzahl auf dem Serienfriedhof
Anzahl auf dem Serienfriedhof

Für manche von uns mag ja Titans die Offenbarung gewesen sein — mich hat sie Serie nach ein paar Folgen nur noch genervt. Auch anfangs gute Serie können im Rahmen weitere Staffeln schlechter werden. So ging es mir bei Designated Survivor. Staffel eins fand ich noch ganz gut, Staffel zwei konnte ich mir nicht mehr ansehen.

Der andere Serienfriedhof

Leider gibt es aber nicht nur Serien, die man selber zum Serienfriedhof trägt. Es gibt auch solche, die einem gut gefallen, und die der Anbieter still und leise beisetzt. Das ist besonders ärgerlich, wenn es einen kalt erwischt.

Nun muss ich dazu sagen, dass ich nicht seriensozialisiert bin. Erst sehr spät in meinem Leben habe ich Serien in selbiges gelassen — was aber nicht an einer Angst lag, vor dem Ende einer Staffel das Zeitliche zu segnen und so um das andere Ende betrogen zu werden.
Wütend macht mich zur Zeit, wie viele Serien nur mit einer Staffel bei Netflix vorhanden sind. Dummerweise mache ich den Fehler zu glauben, die vorhandene Staffel wäre in sich abgeschlossen. Das trifft weder auf Salvation noch Pine Gape  zu. Mittendrin wird man einfach alleine gelassen. Selbst wenn es irgendwann eine Fortsetzung gibt und nicht auf den Serienfriedhof landet, muss man dann noch mal komplett von vorne anfangen — zumindest ich, denn ich kann mir unmöglich alle Handlungsfäden merken.

Den übelsten Cliffhanger überhaupt bekam ich gestern Abend bei Kingdom  serviert. Leute, so was könnte ihr doch nicht machen, einfach nach sechs Teilen aufhören!

Geldmangel als Serienende

Dabei ist Kingdom meiner Meinung nach wirklich sehenswert. Im mittelalterlichen Korea der Joseon-Dynastie tauchen Zombies auf, die ihren Ursprung am Königshof haben. Bildgewaltig mit tollen Kostümen inszeniert, aber leider wohl auch sehr kostspielig. Ursprünglich waren acht Folgen für die erste Staffel geplant, nach sechs Folgen war das Geld aufgebraucht. Genau so fühlt sich das Ende der ersten Staffel an.

Mehr Minuten sprachloses Staunen bei uns gestern Abend vor dem Fernseher. „Das können die doch jetzt nicht so machen!“, wiederholten meine Frau und ich mehrfach. Leider wohl doch. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt, vielleicht wird in diesem Monat tatsächlich die Fortsetzung gedreht. Wir werden in der Zwischenzeit erstmal die 1. und 2. Staffel voN Expanse wiederholen, die 3. Staffel ist nämlich bei Amazon Prime verfügbar — vorher war es eine Netflix Serie.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren