The Division 2

The Division 2

Auserwählte dürfen zur Zeit die private Beta von The Division 2 Spieler. Die ersten Eindrücke sind ernüchternd und sorgen für Langeweile.

Was bisher geschah

Vor gut einem Jahr habe ich mit ziemlicher Verspätung The Divison auf meiner Xbox one gespielt. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel wie viele andere Third-Person Shooter auch. Man kann in Deckung gehen, schaltet immer schwerer werdenden Gegner aus, erfüllt Aufträge und sammelt Loot ein. Wer zu viel echtes Geld über hat, kann auch noch eine ganze Reihe kosmetischer Verbesserungen erwerben. Vom schicken Marine-Outfit bis zum Rentierpullover.

Maximal konnte man mit seinem Charakter Level 30 erreichen, danach war Schluß. Am Ende der Story gab es noch zusätzliche Tummelplätze, wie etwa die Dark Zone, den Untergrund oder das Letzte Gefecht. Eine der Besonderheiten von The Division war die Art und Weise, wie Mitspieler ins Spiel integriert wurden. Die Storymission ließ sich im Prinzip komplett alleine durchspielen, wenn auch mit Zähne zusammenbeißen. Man konnte aber einzelnen Szenarien mit anderen Spieler auf dem Server meistern. Anlaufstelle für gemeinsame Bemühungen waren die Safehouses in den einzelnen Zonen.

Morgenluft in The Division 2
Morgenluft in The Division 2

Bei Schauplätzen wie der Dark Zone dagegen trat man in direkte Konkurrenz zu anderen, das Letzte Gefecht war ein teambasierter Überlebenskampf gegen ein anderes Team. Soweit meiner Erinnerungen zur Spielmechanik.

 

Packender Zusammenbruch

Was mich persönlich jedoch von Anfang an wirklich in den Bann zog, war der Schauplatz der Handlung, die Zeit und die Story selber. Beziehungsweise das, was die Entwickler in Details daraus gemacht hatten.

New York wurde vollständig abgeriegelt, nach dem ein Virus über infizierte Geldscheine (Dollar-Grippe) weite Teile der Bevölkerung angesteckt und ausgelöscht hat. Ein privates Sicherheitsunternehmen, Banden, selbsternannte Reiniger und Reste des Staatsapparates kämpfen um die Vorherrschaft. Als aktivierter Agent einer Gruppierung namens „The Division“ soll man für Ordnung sorgen.

Ausgerechnet kurz vor dem Weihnachtsfest brach der Virus aus, daher stampft man durch ein schneebedecktes, weihnachtlich dekoriertes New York. Das ist sehr stimmungsvoll inszeniert — bei keinem Spiel bisher habe ich so viele Bildschirmfoto gemacht, denn es gab im virtuellen New York viel zu entdecken. Vor allem gab es abseits der Story Audiodateien zu finden. Mitschnitte von Telefonanrufen von Menschen, die in New York gelebt hatten. In diese Audiodateien entfaltet sich die ganze Tiefe der Katastrophe. Menschen am Rande des Wahnsinns, voller Verzweiflung, ein letzter Anruf bei den Eltern, bevor man seinem Leben ein Ende setzt und ähnliches.

Dazu fand man dann etwa ein Klavier, eine verlassene Wohnung oder ein Paar, welches gemeinsam Selbstmord begangen hatte. Der zivile Zusammenbruch, die kleinen und großen Katastrophen ganz normaler Menschen.

Abklatschen: The Division 2

Was die Spielmechanik angeht, kommt mir in der private Beta von The Division 2 alles bekannt vor. Irgendwie fühlt es an wie Version 1.5 des Vorgängers. Geändert hat sich das Setting. Statt New York im Winter erlebt man ein warmes Washington. Das sieht zwar grafisch in Details besser aus, fühlt sich aber nicht so beklemmend an. Ubisoft schreibt zum Spiel:

Washington, D.C. steht am Rande des Zusammenbruchs. Gesetzlosigkeit und Instabilität bedrohen unsere Gesellschaft und Gerüchte über einen Staatsstreich im Kapitol vergrößern nur das Chaos

Das hört sich für mich weniger nach Fiktion, sondern nach der aktuellen Regierung unter US-Präsident Donald Trump an.
Für mich bestehen schon in den ersten Spielminuten Zweifel, ob ich geh mit The Division 2 warm werde. Da Spiel holt mich nicht ab, zieht mich nicht rein. Durch verlassene Militärfahrzeuge und Reste eines Rummelplatzes haste ich zum Rasen vor dem Weißen Haus — der deutlich kleiner aussieht als im Fernsehen. Beschossen werde ich von irgendwelchen namenlosen Gegnern, bevor mich Überlegenen völlig emotionslos drinnen begrüßen. Macht das Spaß? Eher nicht. Am Ende läuft das nur aufs sammeln und aufrüsten der Waffen beziehungsweise des Equipments hinaus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren