Kaufhof vorm Ende

Kaufhof vorm Ende

Zum Wochenende wurden Details in Bezug auf die Fusion von Kaufhof und Karstadt öffentlich. Es wird in jedem Fall Verluste geben.

Kein Einzelfall

Wenn Firmen miteinander fusionieren, wird den Aktionären das Blaue vom Himmel versprochen, eine rosige Zukunft. Das war bei Daimler und Chrysler so und bei vielen anderen ähnlichen Verschmelzungen. Bei einigen konnten die Aktionäre tatsächlich einen ordentlichen Gewinn einstreichen, bei anderen ging die Fusion gründlich daneben. Tatsächlich sollen Fusionen in einer Marktwirtschaft laut Hans-Olaf Henkel  zwar normal sein, aber zwei Drittel aller Fusionen letztendlich dennoch scheitern.

Aktionäre schreiben dann etwas Geld in den Wind, Manager und Firmenleitung gestehen sich ein, dass der Traum von Synergien sich wohl leider nicht erfüllt hat. Am anderen Enden der Nahrungskette sieht es etwas anders aus. Unabhängig ob die Fusion gelingt oder nicht, sie wirkt sich immer auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus. Selbst wenn sie gelingen sollte, kostet sie Arbeitsplätze. Es ist sogar erklärtes Ziel jeder Fusion, mehr Gewinn durch Einsparungen zu erzielen.

In Bezug auf die Fusion mit Karstadt hieß es jetzt, dass bei Kaufhof bis zu 5.000 Arbeitsstellen wegfallen würden. Neuer Sitz des Konzerns sei der alte Firmensitz von Karstadt in Essen — sehr zum Missfallen der Befürworter eines starken Standortes in Köln.

Rote Karte für Kaufhof
Rote Karte für Kaufhof

Kaufhof wird verschwinden

Die bisherige Hauptverwaltung von Kaufhof in Köln wird aufgelöst. Zur Zeit heisst es noch, es würde dennoch keine Filialen geschlossen werden. So ganz glauben kann ich das allerdings nicht.

Zum einen gibt es hier in Köln Filialen beider bisher getrennten Unternehmen in bester Innenstadtlage. Ernsthaft kann niemand erklären, warum man zwei Standorte, die nahe beieinander liegen, erhalten soll, wenn sich durch Wegfall eines von beiden  Kosten einsparen, und sowohl Umsatz als auch Gewinner erhöhen ließen.

Zum anderen stell sich auch die Frage, ob man den bisherigen Namen Kaufhof behalten oder künftig alles unter einem Markendach positionieren möchte.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird es zunächst darauf hinauslaufen, dass sie sich Gehaltskürzungen und einen speziellen Haustarif für die Sanierungsphase einstellen müssen. Ganz so, wie es bei Karstadt in der Vergangenheit ebenfalls der Fall war.
Hinsichtlich der Geschäfte wird man vermutlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung haben, mit den Filialen umzugehen. Schließung unattraktiver Standorte beziehungsweise Modernisierung. Wenn ich mir die Kaufhof-Filiale hier in Nippes ansehen, habe ich kein besonders gutes Gefühl. Um attraktiver zu werden, müsste sie modernisiert werden — nur rechnet sich das wirklich, gibt es ausreichend Potential? Folgt eine Schließung, wird das Auswirkungen auf die gesamte Einkaufsmeile Neuserstraße haben. Ein schnelle Abriss wäre vermutlich dann die einzig richtige Entscheidung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren