Titans zum abbrechen

Titans zum abbrechen

Schrott im Fernsehen kann man auch hohem Niveau produzieren. Die Netflix-Serie Titans ist ein Beleg dafür.

Helden in Strumpfhosen

Persönlich betrachtet ist für mich mit Titans ein Tiefpunkt bei der Verfilmung von Superhelden-Geschichten erreicht. Um das zu verstehen, muss man jedoch meine Beziehung zum diesem Metier kennen. Mit Superhelden konnte ich nämlich noch nie etwas anfangen. Weder in meiner Kindheit noch Jugend. Dabei ist es völlig egal, ob Marvel, DC oder sonst wer dahinter steckt.
Besonders lächerlich fand ich immer schon Superman. Ein rotes Cape, knapp sitzender Anzug, außerirdische Kräfte — für mich schon als Kind unlogisch. Das man dagegen als Baby in einen Topf mit Zaubertrank gefallen war, hielt ich für plausibel.
Helden meiner Kindheit und Jugend waren nicht nur Asterix und Obelix, sondern vor allem Tim & Struppi. Möglich, das dies mehr über mich als über Superhelden aussagt.
Eine ganze Zeit habe ich das Mad Magazin gelesen. Dort gefiel mir nicht nur Alfred E. Neumann (und selbstverständlich Spion gegen Spion), sondern die Art, wie dort Superman und Co. auf die Schippe genommen wurden.
Mit den Comics über und mit Superhelden konnte ich nichts anfangen, was auch früher auf die Verfilmungen zutraf. Später gab es in dieser Hinsicht dann Ausnahmen.

Tauben statt Titans
Tauben statt Titans

Armselige Titans

Das mir „The Dark Knight“ gefiel, lag vor allem am herausragenden Joker, überwiegend durch Heath Ledger gespielt. Im Film gibt Joker einen sehr wichtigen Hinweis — ein Held ist nichts ohne den Bösewicht. Genau das trifft aber nicht nur auf Filme mit Superhelden und Titans zu, sondern charakterisiert das, was Märchen und Geschichte ausmacht. Was wäre Rotkäppchen ohne den bösen Wolf? Lediglich eine mittelalterliche Version eines Liferando-Zustellers.
Ich schweife ab. Kommen wir alle zur Serie Titans. Selbst derjenige, denen die Serie gefällt, dürfte die extreme Gewaltdarstellung aufgefallen sein. Nicht so hoch wie etwa im Punisher, aber dennoch, mehr als redlich ein Stilmittel. Für mich hält sie sich gerade so an der Grenze.
Die ersten beiden Folgen Titans gefielen mir auch noch ganz gut, dann jedoch zerbröselte die Serie vor meinen Augen. Wer zum Henker ist denn eigentlich die Hauptfigur? Was sollen die ganzen Rückblenden, warum tauchen Figuren auf, die man dann nie wieder sieht?
Als absoluten Tiefpunkt empfand ich Folge sieben, „Die Heilanstalt“. Aus den titelgebenden Titans wurde armselige Wichtige, ausgeliefert den Launen einer schwer zu greifenden Organisation, die hinter Raven her ist. Und warum sind die Helden überhaupt gefangen genommen worden? Weil eine Figur absolut unlogisch handelte. Nein, nicht nur unlogisch, sondern auch unglaubwürdig. Raven zweifelte selber an, dass in der Heilanstalt ihre Mutter gefangen gehalten wird. Für mich endet Titans nach Folge sieben, ich habe keine Lust mehr, die Serie weiter anzusehen.
Das beste Zitat aus der Serie beschriebt Titans ziemlich gut: „Ach herrje!“

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren