Drei Meeple im Schnee — Teil 6

Drei Meeple im Schnee — Teil 6

Mit anderen Mitteln versuche Chris, die Leere zu füllen. Recht schnell erkannte er in der Schule sein Talent. Mühelos gelang es ihm die Schwächen seiner Mitschüler herauszufinden und sie auszunutzen. Gelegen kam ihn dabei der Sportunterricht. Bei jeder Mannschaftssportart in der Schule wurde er Kapitän und durfte seine Mitschüler auswählen. Den Konkurrenzkampf zwischen ihnen stachelte er an und genoss es, wenn welche sich nach dem Unterricht vor lauter Neid prügelten.

Für Martin hatte er sich etwas besonderes überlegt. An einem Montag nach der Sportstunde erzählte Chris Martin vom einem Gutschein eines Händlers, mit dem man Atlantis geschenkt bekommen würde. Seine Mitschüler hatten sich schon umgezogen und waren nach draußen zu den Fahrrädern gegangen, als Martin sich zum Mädchenklo wagt. Dort sollte der Gutschein liegen. Erst bemerkte er nicht, wie Chris hinter ihm die Tür verschloss und Martin einsperrte. Vom versprochenen Gutschein fehlte jede Spur. Es gab auch keinen Grund, warum er ausgerechnet auf dem Mädchenklo liegen sollte. Martin musste schwer an seiner Leichtgläubigkeit schlucken. Noch heftiger, als er nicht mehr aus dem Klo raus kam. Wie wild klopfte er, bis Chris endlich die Tür wieder aufschloss, sich in den Türrahmen stellte und den Weg nach draußen versperrte.

„So einfach kommst du hier nicht raus.“

Dann schlug er Martin ins Gesicht, so dass er stürzte. Wimmernd lag Martin am Boden, als Chris ihm die Turnhose bis auf die Knie herunterzog. Dann stutzte er und fing an zu lachen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren