Scheinheiligkeit mit Selbstbetrug

Scheinheiligkeit mit Selbstbetrug

Ein weit verbreitetes Phänomen im katholischen Köln ist die Scheinheiligkeit. Unglücklicherweise trifft die rheinische Variante häufig auch auf Selbstbetrug.

Kopf voller Bratwurst

Zur Zeit tummeln sich in meinem Kopf Bratwürste. Dabei habe ich seit Monate keine mehr gegessen und werde wohl erst auf dem Nikolausmarkt in Nippes wieder zuschlagen. Nein, Schuld an den Bratwürsten in meinem Kopf ist ein aktuelles Kundenprojekt zum Jahr der Bratwurst. Muss natürlich noch vor Ende des Jahres fertig werden, da es im Januar starten soll. Material ist selbstverständlich noch nicht vorhanden, also muss ich mir erstmal etwas aus den Fingern saugen.
Jammern wir aber lieber an anderer Stelle weiter. Aber was heisst hier jammern, eigentlich ist es ganz deutlich ein Grund sich aufzuregen. Das man hier in Köln (und anderswo) seine Müll mit dem „netten“ Schild „zu verschenken“ entsorgt, hatten wir schon mal hier im Blog. Sich darüber aufregen ändert nichts, zumal die dunkle Jahreszeit mehr Anlass zu bieten scheint, seinen Dreck vor der Haustür wild zu entsorgen. Wer Köln wirklich liebt, hält die Stadt und seine Umgebung sauber. Aber das ist ja nur meine Meinung. Richtig aufregen kann ich mich auch über die am kommenden Wochenende stattfindende Anti-Kohle Demo  — unter anderem in Köln.

Stop Scheinheiligkeit
Stop Scheinheiligkeit

Scheinheiligkeit bei Kohlegegnern

Keine Frage, inhaltlich halte ich die Demo für richtig. Kohle ist ein Klimakiller. Ausstieg aus der Kohle, auch der Braunkohle, ist dringend geboten. Die Website zum Thema ist ordentlich gemacht, da versteht jemand sein Handwerk. Man kann auf ihr sogar kostenlos Flyer und Poster bestellen. Die kann man dann verteilen beziehungsweise aufhängen. Damit kommen wir dann auch zum Problem. Von den Plakaten hängen seit ein paar Tagen in der Siedlung einige. Wild plakatiert mit Tapetenkleister auf Mauern, Mülleimern, Transformatorenkästen und Kästen von der Telekom. Leute, das ist nicht lustig! Es ist eine ziemlich Sauerei. Ich persönlich würde auch nicht ausschließen, dass diejenigen, welche die Plakate angebracht haben, selber in der Siedlung wohnen.
Damit kommen wir dann zur Scheinheiligkeit und zum Selbstbetrug. Gerade jetzt, wo es kälter draußen ist, haben eine ganze Reihe von Wohungs- und Hauseigentümern hier in der Siedlung ihren zusätzlichen Ofen an. Ein Ofen, der nicht notwendig ist, weil es Fußbodenheizung beziehungsweise Heizung gibt. Diese Öfen sind reiner Luxus und werden mit Brennholz betrieben. Das riecht man beim öffnen der Fenster zum lüften ziemlich gut. Diese Scheinheiligkeit kotzt mich an. Man ist gegen Kohle, killt aber selber das Klima durch den überflüssigen Betrieb dieser Öfen. Der Selbstbetrug kommt dann in der Vorweihnachtszeit ins Spiel, wenn überall Lichterketten abends und die ganze Nacht hindurch erstrahlen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Was braucht man denn die Kohle zur Stromerzeugung, der Strom kommt schließlich aus der Steckdose. Etwas mehr nachdenken wäre hier echt prima.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren