Walnüsse in ranzig

Walnüsse in ranzig

Man muss nicht unbedingt Allergiker sein, um auf bestimmte Nüsse zu reagieren. Auf ranzige Walnüsse reagiert man am besten mit Reaktion ihrer Entsorgung.

Wirklich frische Walnüsse

Früher war nicht alles besser, aber die Walnüsse waren frischer. Zumindest bei mir in meiner Kindheit, denn wir hatten vor dem Haus einen riesigen, alten Walnussbaum. Er ist fast ein zentraler Bestandteil meiner Kindheit gewesen. Zum klettern eignete er sich nicht besonders gut. Im unteren Bereich gab es wenig, woran man sich festhalten konnte und seine Rinde war glatt. Dafür hatte er starke Äste. An einen hing an Seilen ein alter LKW-Reifen, der uns als Schaukel diente. Die Seile konnte man verdrehen, so das aus dem Reifen dann ein Karussell wurde. Selbstverständlich wurde mir beim darauf sitzen dann regelmäßig schlecht. Der Gummi-Geruch des Reifens tat das Seine dazu.
Im Herbst verlor der Baum nicht nur seine Blätter, die ich Woche für Woche zusammenfegen durfte, sondern auch die Walnüsse. Davon hatten wir dann Jahr für Jahr reichlich. Besonders gut schmecken sie, wenn sie noch ganz frisch ist und das bittere Häutchen um die Nuss sich sogar noch abziehen lässt. Gelernt habe ich auch, dass das Fruchtfleisch um den Kern, also das, was die eigentlich Walnuss samt Schale umschließt, ziemlich stark abfärben kann. Das ganze Laub vom Baum wurde dann regelmäßig verbrannt, ein Geruch, den ich mochte. Walnusslaub riecht stark aromatisch, fast schon wie Tabak.

Walnüsse in ranzig
Walnüsse in ranzig

Wenig aromatisch

Wechseln von der Vergangenheit in die ernüchternde Zukunft. Den Baum gibt es längst nicht mehr. Wenn ich als Großstadtbewohner Lust auf Walnüsse habe, muss ich mir sie kaufen. Im Handel und verschiedene Sorten erhältlich, laut Wikipedia soll es rund 60 Arten  geben. Nach wie vor schmecken mir Walnüsse am besten, wenn sie noch in der Schale sind. Die muss dann zwar vor Verzehr geknackt werden, was auch zu Verletzungen führen kann. Aber die Nuss ist auf diese Weise in ihrer natürlichen Verpackung aufgehoben.
Wie viele andere Menschen bin ich natürlich ab und an auch bequem. Verzehrfertige Walnüsse klingen auch für mich verlockend. Und wenn dann noch ein neues Produkt mit einer ansprechenden Verpackung im Supermarkt lockt, kann ich nicht widerstehen. So war es auch bei den aromatischen Walnüssen von REWE (Eigenmarke). „Halbe Kerne für Geniesser“, steht auf der Packung und verspricht auch noch „Handgeknackt“. Keine Ahnung, ob das ein Qualitätsunterschied ausmacht, unsere Packung jedenfalls war definitiv ungenießbar. Statt aromatisch waren die Nüsse ranzig. Also weniger für Geniesser als für Menschen mit besonders schwach ausgeprägten Geschmacksnerven. Die beste Wahl waren die verpackten von REWE meiner Meinung nach auf keinen Fall. Definitiv nicht empfehlenswert. Beim greife ich doch lieber wieder auf die natürlich verpackten Nüsse zum selber knacken zurück.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren