Fleischlos unglücklich

Fleischlos unglücklich

Jeder ist seines Glückes Schmied. Wer unbedingt fleischlos glücklich sein will, sollte jedoch nicht andere damit nerven und vor allem nicht terrorisieren.

Militante Wurstverweigerer

Wenn es um die Wurst geht, verstehen Veganer keinen Spaß. Ziemlich deutlich wurde mir das heute Morgen beim lesen des Artikels „Gewetzte Messer“ in der Süddeutsche Zeitung. Besonders erschrecken mich Gewalt und Hass, der auf Seiten der militanten Veganer vorhanden ist. Über den Auschwitz-Vergleich braucht man dann auch nicht zu diskutieren. Der ist komplett daneben. Wer so einen Vergleich zieht, ist ideologisch verblendet und im Grunde bereits eine Gefahr für seine Mitmenschen.
Der Reihe nach, ich versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Der so genannte Weltvegantag gestern, am 1. November, ist völlig an mir vorbei gegangen. Das ist auch ganz gut so, es reicht, wenn ich mich heute über das Thema aufrege. Erster Grund zum Aufregen wäre der Tag an sich, denn warum ist ein Weltvegantag notwenig, wenn es bereits einen Weltvegetariertag gibt? Sind die Vegetarier in den Augen von Vegangener, obwohl sie auch fleischlos leben, etwa Ketzer? Vermutlich betrachtet man sie lediglich als nicht konsequent genug, aber bei Veganern kann man nie wissen, wie sie wirklich ticken. Wie mehrfach hier in diesem Blog bereits geschrieben, kann ich die persönliche Entscheidung, auf Fleisch oder auch komplett auf tierische Produkte zu verzichten, gut nachvollziehen. Alles weitere jedoch überschreitet meine Toleranzgrenze.

Fleischlos ans Ende
Fleischlos ans Ende

Radikal Fleischlos

Der Angriff auf andere Menschen im Namen der Tierrechte ist nicht hinnehmbar. Ebenso wie der Zerstörung der wirtschaftlichen Existenz — genau das ist es nämlich, wenn Metzgereien verwüstet werden und ein erheblicher Sachschaden entsteht. Die Thesen von Peter Singer, dem Erfinder des Speziesismus-Komzeptes, sind nicht unumstritten. Auf ihn berufen sich die radikalen Veganer und nehmen dabei in Kauf, wofür Singer nicht steht. Etwa für Tötung von menschlichen Neugeborenen bis zu einem Alter von 28 Tagen, wenn es beispielsweise behindert ist.
Nicht erst seit gestern unterstellt man mit einiger Berechtigung Singer, mit seinen Thesen und seinem Ethik-Verständnis auch gut in die Zeit des Nationalsozialismus gepasst zu haben.
Fleischlos um jeden Preis zu sein, ist dann schwierig, wenn man damit andere Menschen und ihrer Lebensweise nicht nur ablehnt, sondern sie als minderwertig betrachtet. Genau das tun meiner Meinung nach radikale Veganer wie die in Frankreich, über welche in der Süddeutsche Zeitung berichtet wurde.
Traurig macht mich auch der Kampf um Tierrechte deshalb, weil ich ihn grundsätzlich nicht für falsch halte. Selbstverständlich sollten Tiere auch gewisse Rechte haben, sie sind aber niemals Menschen gleichzustellen. „Quäle nie ein Tier im Scherz, den es spürt wie du den Schmerz.“ Ein der Sprüche aus meiner Kindheit, mit denen eigentlich alles gesagt ist.
Ja, viele von uns essen Tiere. Ganz einfach deshalb, weil die Natur das so vorgesehen. Wir sind Allesfresser und das wird sich nicht in wenigen Jahrzehnten einfach so ändern, es steckt in unseren Genen.
Laut Unicef sterben jeden Tag 15.000 Kinder unter fünf Jahren. Weltweit leiden über 795 Millionen Menschen an Hunger. Ehrlich gesagt sieht aus dieser Perspektive die fleischlose Lebensweise wie ein Luxusproblem aus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren