Herbst ohne Regen

Herbst ohne Regen

Der auf den ersten Blick so typische Herbst ist ungewöhnlich. Buntes Licht verbirgt einen eklatanten Mangel. Den Mangel an Regen.

Schneller verzaubert

Gerade ich unterliege gerne dem Zauber des Herbstes. Nach wie vor ist es meine Lieblingsjahreszeit. Intensive, würzige Gerüche liegen in der Luft. Verfärbte Blätter an den Bäumen und eine tiefer stehende Sonne erzeugen eine magische Stimmung. Morgens noch leichter Frühnebel, meist folgt ein Tag der nicht zu warm aber meist doch noch sonnig ist. Abends wird es dann schon recht frisch, aber auch bereits früher dunkel.
Der Zauber verfliegt wie jeder andere Zauber auch. Irgendwann stehen die Bäume ohne Blätter dar. Die Sonne versteckt sich tagsüber hinter schweren Wolken und es wird nicht richtig hell. Die Stimmung schlägt ins Trübe um, am liebsten will man sich mit Decke auf dem heimischen Sofa zurückziehen. Der Herbst ist mit Überfluss, aber auch immer mit Vergänglichkeit verbunden. Noch etwas schlaftrunken sah ich heute morgen ein paar Fotos, die von Radio KW gepostet wurden. Radio KW? Das Lokalradio aus dem Kreis Wesel, Adem ich bei Facebook folgen auch wenn ich bereits seit Jahrzehnten nicht mehr am Niederrhein wohne. Kann Schnur schwer erklären, obwohl der Niederrheiner an sich ja fast alles erklären kann. Wie dem auch sei, dieses Fotos machten mich sofort wach.

Bucheckern im Herbst
Bucheckern im Herbst

Regen fehlt im Herbst

Auf den Fotos war die Bärenschleuse zu sehen. Ein kleine Schleuse der Issel am Rand von Lackhausen. Das weiß ich auch ganz ohne Wikipedia, auch wenn sich dort noch ein paar Informationen aufdrängen, die ich nicht mehr im Kopf hatte. In Lackhausen bin ich groß geworden, die Bärenschleuse war nicht nur ab und an Ausflugsziel für Familienausflüge, sondern als wir Kinder Fahrrad fahren konnten, auch ein beliebter Abenteuerspielplatz für uns. Die Insel lockte und zu der Zeit waren Helikopter-Eltern noch noch unbekannt. Zahlreiche Stunde meiner Kindheit habe ich an der Bärenschleuse verbracht und Stichlinge gefangen, die sich im Einmachgläser nie hielten.
Auf den Bildern von heute morgen fehlten nicht nur die Fische, sondern auch das Wasser. Da sind wir dann bei dem, was diesen Herbst so merkwürdig macht. Über seinen ganzen Zauber hinweg ist uns nicht aufgefallen, dass es nach wie vor noch nicht richtig geregelt hat. Der letzte richtige Regen? Monate her, nicht nur an der Issel in Wesel, sondern auch hier in Köln. Mit ziemlicher Sicherheit wird das noch eine Menge Probleme geben. Das die Pflanzen eigentlich alle vertrocknet sind, fällt i Herbst nicht so auf, weil die Bäume ehedem ihre Blätter verlieren. Wenn man jetzt nach draußen schaut, ist der Himmel zwar bedeckt, aber es fällt kein Regen. Die trübe Stimmung als typischer Begleiter der Jahreszeit weicht einer bösen Vorahnung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren