Abstinenz spielt anders

Abstinenz spielt anders

Alkohol am Spieltisch ist so eine Sache für sich. Genau so wie das Gerücht, mit Abstinenz würde sich anders spielen.

Fern in der Heimat

Eigentlich habe ich mich mit der Frage nach Alkohol am Spieltisch bereits auseinander gesetzt. Jeder hat da eine andere Einstellung, beim mir gehört er nicht unbedingt dazu, stört aber nicht — außer vielleicht bei übermäßigem Konsum die Konzentration. Aber um Wein, Bier oder sonst was soll es auch gar nicht gehen. Sondern um eine ganz andere Form der Abstinenz. Irgendjemand anders, über dessen Blogbeitrag ich heute mehr oder weniger unfreiwillig gestolpert bin (das mit dem Unfreiwillig ist eine längere Geschichte, zu der man aber auch hier im Blog etwas finden kann, wenn man weiß, wonach zu suchen ist) schrieb heute darüber. Über die Leidenschaft Brettspiele und die aktuell laufende Spielmesse in Essen. Seit heute ist sie geöffnet für den regulären Publikumsverkehr. Der Autor jenes Beitrags wird dieses Jahr nicht dorthin fahren, genau so wie ich. Bei mir und meiner Frau ist es jetzt sogar das zweite Jahr in Folge. Und das hat Gründe, die tatsächlich mit Abstinenz zu tun haben. Genau so, wie es viele Gründe gibt, zur Messe zu fahren — was jeder ordentliche Brettspieler zumindest einmal in seinem Leben getan haben sollte — gibt es auch Gründe, zu Hause zu bleiben.

Angriff auf die Abstinenz
Angriff auf die Abstinenz

Begründete Abstinenz

Schon etwas längere bezweifle ich, dass man in Essen tatsächlich noch in Ruhe Spiele anspielen kann. Gedränge und Lautstärke wirken auf mich mittlerweile ziemlich abschreckend. Schnäppchen gibt es auch nicht, im letzten Jahr lag ich im Vergleich zu anderen mit meinen Onlinebestellungen günstiger. Klar, man kann Promos abgrasen. Aber sind die den Streß und die Kosten für Eintritt und Anfahrt wert? Für mich derzeit nicht. Im vergangene Jahr fanden wir ein paar Tage auf Borkum wohltuender als auf der Messe zu bummeln.
Es gibt jedoch eine viel stärker Grund für die diesjährige Abstinenz. Unsere Regel sind mehr als voll. Nicht nur das, es gibt noch ein paar ungespielte Spiele und solche, die wir unbedingt noch häufiger spielen wollen. Also eigentlich keinen Grund, sich freiwillig zusätzlichen Kaufanreizen auszusetzen. Und dann ist da noch Gloomhaven, welches uns spielerisch derzeit vollständig in Beschlag nimmt. Die wirkliche Frage für mich (eigentlich auch für andere): wann soll man denn das alles in der Zeit, die man zur Verfügung hat, überhaupt noch spielen? Gerade die Spiele, die mich derzeit am meisten interessieren, sind komplexer und erfordern es, die Regeln wirklich gründlich zu beherrschen. Weniger Spielen neu kaufen bedeutet für mich nicht, weniger zu spielen. Eher das Gegenteil, weil immer den neusten Brettspielen hinterher zu jagen, kostet auch Zeit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren