Bargeld im Kühlschrank

Bargeld im Kühlschrank

Selbst wer kein Geld wie Heu hat hortet es lieber zu Hause als auf der Bank. Die Deutschen seien ein Volk von Bargeld, heißt es mal wieder.

Schein verliebt

Verliebt in Münzen und Scheine sollen wir Deutschen sein, heisst es heute in der Süddeutsche Zeitung. Am liebsten würden mit Bargeld zahlen und unsere sauer verdientes erspartes nicht zur Bank bringen. Dort wirft es schon lange keine Zinsen mehr ab, also kann man es auch gleich bei sich zu Hause aufbewahren. Unter der Matratze oder gar im Kühlschrank, schreibt die SZ. Mich hat das heute morgen in Erstaunen versetzt, sogar mehrfach.
Meine Frau und ich entsprechen überhaupt nicht der Mehrheit der Befragten. Weder in Bezug auf die Aufbewahrung des Geldes noch auf die präferierte Zahlungsmethode. Über 88 Prozent der Deutschen wollen auch in Zukunft noch am liebsten mit Bargeld bezahlen. Dagegen beginnt für mich die Zukunft erst, wenn ich selbst ein einfaches Brötchen beim Bäcker irgendwo in der Eifel bargeldlos bezahlen kann. Mich stören die Schein und gerade Münzen im Portmonee, welches auch viel schlanker wäre ohne das Münzgeld. Insbesondere die Münzen unter einem Euro landen bei mir regelmäßig in einer Spar-Möwe. So gesehen verwahre ich tatsächlich Bargeld zu Hause auf. Aber der Schein (beziehungsweise die Münze) trügt.

Bargeld liegt nicht auf der Straße
Bargeld liegt nicht hier

Ausgelachtes Bargeld

Nur Bares ist wahres. Oder: Bargeld lacht. Sprüche aus meiner Kindheit und Jugend, die ich immer schon doof fand. Zurück aber zu den Münzen in der Möwe. Für mich ist das eher eine Endlagerstätte, die Kupfermünzen (welche ziemlich teuer in der Herstellung sind im Vergleich zu ihrem Tauschwert) sind auf Dauer dem Geldkreislauf entzogen. Früher konnte man sie noch bei der Bank eintauschen, das kostet heute extra. Zudem muss man noch eine Bank vor Ort haben. In Zeiten von Onlinebanking eher schwierig.
Es gibt Mitmenschen, die regen sich auf, wenn man mit Karte oder anderweitig bargeldlos an der Kasse zahlt. Ich für meinen Teil werde dagegen nervös, wenn jemand für den zu zahlenden Betrag in seinem Portmonee herumkramt, um passend zu zahlen. Oder aber ein Mitmensch älteren Jahrgangs der Person an der Kasse eine ganze Hand voll Münzen gibt, damit die sich selber den richtigen Betrag herausfischt.
Meiner Meinung nach hat Bargeld weder mit Sicherheit noch groß etwas mit Anonymität zu tun. Je länger man darüber nachdenkt, desto klarer wird einem das. Geld muss nicht sichtbar sein, es ist ehedem etwas Abstraktes. Statt Waren und Dienstleistungen direkt gegeneinander zu tauschen, wurde das Geld erfunden. Das macht vieles einfacher und mobiler. Bargeldlos zu zahlen, ist meiner Meinung nach nur eine konsequente Weiterentwicklung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren