Pendeln macht glücklich

Pendeln macht glücklich

Bei Menschen die häufig pendeln, bleibt das Glück auf der Strecke. Eine Erkenntnis aus dem Glücksatlas 2018. Wie sieht es jedoch wirklich aus?

Sinkende Lebenszufriedenheit

Die Süddeutsche Zeitung schrieb gestern über eine Untersuchung er Deutschen Post zum Lebensglück der Deutschen, die sich im Glücksatlas 2018  wiederfindet. Zu erst könnte man sich natürlich fragen, warum die Post sich mit dem Thema beschäftigt. Aber auf die nicht weniger spannenden Fragen geht in der SZ niemand ein.
Wie dem auch sei, Schwerpunkt der Untersuchung in diesem Jahr ist der Bereich „Arbeit und Mobilität“ gewesen. Für mich nicht wenig erstaunlich wird in diesem Zusammenhang behauptet, dass Pendeln zu einer sinkenden Lebenszufriedenheit führt. Langes Pendeln soll einen signifikanten Einfluss haben. Schlecht für rund 60 Prozent der Deutschen, die aus beruflichen Gründen keine andere Wahl haben. Im Meinungsteil schrieb Hannah Wilhelm einen Satz, der mehr oder weniger die Spitze des Selbstbetrugs der Pendler markiert: „Pendeln ist gar nicht so schlimm.“ Genau das redet man sich immer wieder selber ein, um vor allem sich selber über die nüchterne Wahrheit hinweg zu täuschen. Eine Beobachtung, für die ich keine umfangreiche Studie benötigt, sondern nur etwas mehr Ehrlichkeit mir selber gegenüber.

Pendeln macht müde
Pendeln macht müde

Erfahrung aus dem Pendeln

Seit Ende der 1990er Jahre ist für mich pendeln zum Begleitumstand meiner beruflichen Tätigkeiten geworden. Anfänglich waren es eher kürzer Strecken, die dann immer länger wurden. Wenn ich nach langer Zeit ein Fazit ziehe, dann ein sehr ernüchterndes. Das Pendeln kostete mich bisher viel Lebenszeit, auch wenn man sich es immer wieder versucht hat, schön zu reden. Klar kann man dabei viele Bücher lesen, aber es gibt deutlich schönere Plätze als laute, dreckige Zugabteile. Zusätzlich zehren die immer wieder aufkommenden Verspätungen an den Nerven. Unter Pendler gibt es zudem einen Spruch: „Wer umsteigt, verliert.“ Je häufig man von A nach B umsteigen muss, desto mehr Reibungsverluste, auch ohne Verspätungen, muss man in Kauf nehmen.
Am Ende eines Tages bleibt dann vom selbigen wenig über. Es kann auch durchaus vorkommen, dass man noch beim Frühstück voll motiviert war, bis zum Büro jedoch jeglichen Elan verloren hat. Einfach deshalb, weil es enorm Ernie kostet, gegen die Widrigkeiten unterwegs zu kämpfen oder sie zumindest zu überstehen.
Die Fahrerei frisst einen Stück für Stück auf. Am Anfang merkt man es noch nicht, irgendwann kommt dann die bittere Erkenntnis, was das Pendeln mit einem macht. Unter der Woche sind bei mir etwas abendliche Aktivitäten unmöglich. Man lebt ausschließlich nur noch für das Wochenende.
Zum Glück habe ich die Möglichkeit, mittlerweile verstärkt im Home Office zu arbeiten. Davon profitiere ich, aber auch die Firma für die ich arbeite. Wider mehr Zeit für sich haben, das macht glücklich. Diese Zufriedenheit wirkt sich dann unmittelbar auf meine Arbeitsleistung aus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren