Papst gegen Auftragsmord

Papst gegen Auftragsmord

Abtreibung mit Auftragsmord zu vergleichen, auf so einen Vergleich können nur alte und sexuell frustrierte Männer wie der Papst kommen. Die katholische Kirche hadert nach wie vor mit der modernen Gesellschaft.

Vorsichtig mit Vergleichen

Das der sogenannte „Papst Franziskus“ Abtreibung mit Auftragsmord vergleicht, erschreckt nur für den ersten Moment. Der Vergleich erschreckt so lange, bis einem wieder klar wird, welcher Institution dieser Papst angehört. Jener katholischen Kirche, die einen vor langer Zeit einmal modernen Glauben institutionalisiert und bis zur Unkenntlichkeit verfremdet hat. Es nützt kein moderner Anstrich, wenn der Kern verrottet ist.
Die Bescheidenheit des Argentiniers Jorge Mario Bergoglio hat selbst mich anfänglich beeindruckt — und ich an sich bin Gott sei Dank evangelisch. Aber schon bei seiner Berufung gab es kritische Stimmen, die hinter die Fassade blickten. Stimmen, die wussten, dass das Konklave nicht wirklich einen Reformer gewählt hat, sondern jemanden, der in der Tiefes seines Herzens das konservative Weltbild der katholischen Kirche ebenfalls vertritt. Seine Haltung zur Fragen der Verhütung, gleichgeschlechtlicher Ehe und eben auch Abtreibung waren von Anfang an kein Geheimnis. Mit seiner jüngsten Aussage steht der Papst in einer Reihe von maßlos schrecklichen Vergleichen. Übelst auf die Spitze getrieben hat diese unter anderem der ehemalige Kölner Kardinal Meisner, der gerne mal Abtreibung mit den Verbrechen von Hitler und Stalin verglichen hat.

Papst (Symbolbild)
Papst (Symbolbild)

Papst auf Irrwegen

Wenn der Papst Abtreibung mit Auftragsmord vergleicht, dann ist das in meinen Augen ein moralisches Verbrechen. Begangen von einem Vertreter einer Institution, die ein extrem schwieriges Verhältnis zur Sexualität der Menschen hat. Einer Institution, innerhalb der sich die Fälle von (sexuellem) Missbrauch stapeln. Einer Institution, für die Frauen nach wie vor Menschen zweiter Klasse sind.
Jeder Mensch ist fehlbar, auch der Papst. Andere Behauptung sind eine Anmaßung. Abtreibung ist nichts, was Frauen auf die leichte Schulter nehmen. Etwas, was man auf Grund vergessenen Verhütungsmittel (die ja laut katholischer Kirche ebenfalls unerwünscht sind) mal eben machen lässt. Hinter jeder Abtreibung steckt ein Schicksal, ein schwerer Weg voller Zweifel.
Wenn der Papst solche Vergleiche anstellt, leugnen er diese Schicksale. Er miss dem Leben der betroffenen Frauen weniger Wert bei als dem ungeborenen Leben. Wobei es hier noch darauf ankommt, ab wann man überhaupt ernsthaft von Leben sprechen kann. Nicht immer sind Kinder ein Produkt von freiwilligem, einvernehmlichen Sex. Gerade die katholische Kirche sollte dies wissen. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass etwa die Hälfte der Bewohner dieses Planeten zu dem Thema einfach mal die Klappe halten sollte. Zu ihnen gehört definitiv auch der Papst.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren