Vogelhäuschen als Futterhilfe

Vogelhäuschen als Futterhilfe

Bei Vogelhäuschen steht die Frage im Raum, ob es putzig ist oder weg kann. Helfen sie wirklich oder sind sie nur falsch verstanden Tierliebe?

Menschen und Tierliebe

Jeder Quadratmeter wird in Köln genutzt, manchmal sogar als Wohn- und Futterfläche für Tiere. Auch wenn Vogelhäuschen niemanden Platz weg nehmen, stellt sich doch die Frage, ob wir es mit der Tierliebe nicht etwas übertreiben. Vor allem dann, wenn ein Vogelhäuschen im Garten steht, man aber im selben Winter an Obdachlose auf dem Bürgersteig mit hochgeschlagenem Kragen vorbei läuft.
Setzen wir aber meine Kritikerstimme auf Null und spulen die Zeit einige Jahre zurück. Aus meiner Kindheit kenne ich Vogelhäuschen sowohl aus dem eigenen Garten als auch vom Balkon meiner Großeltern. Selbstverständlich hing da im Winter immer so ein Futterknödel und es wurden auch Samen und Körner eingestreut. Nur sehr selten haben unsere Katzen die Futterstation für Vögel anders als ursprünglich vorgesehen interpretiert und die Gäste dort verspeist.
Als Kind fand ich es zwar nicht so fasziniert wie mein Großvater, die Vögel zu beobachten, gefreut hat es mich aber doch, wenn sie kamen. Ich lernte auch, dass es so genannte Zugvögel gibt, die den Winter in warmen Gefilden verbringen. So wie Vögel, die sich hier durch den Winter schlagen müssen, selbst wenn er noch so hart ist.

Vogelhäuschen im Garten
Vogelhäuschen im Garten

Hilft ein Vogelhäuschen?

Gestern in der Sonne am späten Nachmittag viel mein Blick auf das Vogelhäuschen unsere Nachbarn. Es ist bunter, als die schlichten Vertreter aus meiner Kindheit. Wo bei das den Vögeln vermutlich relativ egal ist, welche Farbe und Gestaltung es hat. Die gesamte Optik folgt weniger einer bestimmten Zweckmäßigkeit, sondern soll vor allem unser Auge erfreuen — so mein Eindruck. In dem Zusammenhang tauchte aber auch bei mir die Frage auf, ob das Füttern der Vögel  wirklich sinnvoll ist.
Ist es, wie ein im Spiegel zitierter Ornithologe meint, eine moralische Pflicht? Oder eher ein störender Eingriff in die Natur? Das Fazit des Artikels: es fehlen aussagekräftige Studien, nichts genaues weiß man. Weiterhelfen tut das etwa der Kohlmeise wenig. Möglicherweise muss man da selber mal beobachten.
Hier in Köln gibt es „Aliens“ Halsbandsittiche, die ursprünglich hier nicht heimisch waren, sich aber extrem vermehrt haben. In der autofreien Siedlung sind sie sehr präsent, knabbern auch gerne Fassaden an, um sich dort Nistplätze zu schaffen. Das Problem bei solchen Aliens ist: sie vertreiben heimische Arten. Vor dem Hintergrund ist es möglicherweise ganz gut, wenn man diesen dann im Winter unter die Arme greift. Das hat dann auch nichts mit falscher Tierliebe, sondern mit Artenschutz zu tun.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren