Weltvegetariertag

Weltvegetariertag

Der Weltvegetariertag hinterlässt seine Spuren. Zumindest als Datum im Kalender. Über alles andere muss diskutiert werden.

Fleischlos glücklich

Etwa sechs Jahre nach meiner Geburt wurde der Weltvegetariertag eingeführt. Die beiden Ereignisse stehen in keinem Zusammenhang. Der Welt-Vegetarier-Kongresses fand 1977 zum ersten Mal in Schottland statt. Im selben Jahr wurde ich eingeschult. Das man auch fleischlos glücklich sein kann, brachte man uns selbstverständlich nicht bei. Sondern erstmal lesen und schreiben. Zu Hause wurde gegessen, was auf den Tisch kam. In Bezug auf Fleisch gab es meinerseits fast nie Widerstände auch nicht bei Gemüse. Nur bei Obst ging ich auf die Barrikaden. Vielleicht kann man es versteht, wenn man schon mal eingemachte Stachelbeeren im Glas gesehen hat.
Den Fleischkonsum in der Familie habe ich nie hinterfragt. Obwohl, vielleicht doch schon ein Stück. Wenn es nämlich mal eine längere Zeit kein Fleisch gab. Täglich kam es allenfalls in Form von Wurst auf den Tisch. An ein Steak kann ich mich nicht erinnern. Das gab es erst, als ich schon groß genug war um es selber zu bezahlen.
In den Oberstufe hörte ich dann auch nichts von einem Weltvegetariertag ich kannte nicht mal Menschen, die jemanden kannten, der Vegetarier ist. Das änderte sich im Zivildienst schlagartig, ich wurde selber Vegetarier.

Weltvegetariertag
Vegane Beweissicherung

Wurst zum Weltvegetariertag

Auf Fleisch kann man auf Grund einer ganzen Reihe von Gründen verzichten. Von einer Steak-Intoleranz habe ich allerdings bisher noch nicht gehört. In den meisten Fällen ist Wandlung zum Vegetarier (oder Veganger) eine Kopfgeburt. So war das auf jeden Fall bei mir und meinen Freunden. Damit verbunden sind zwei Dinge, die mich bei den meisten Vegetariern (und Veganern) stören: der Missionsierungsdrang und das Gefühl der Überlegenheit. Glaubt mir, ich weiss aus eigener Erfahrung, wo von ich hier schreibe.
Während meiner Vegetarier-Phase hörte ich allerdings noch immer nichts vom Weltvegetariertag. Es gab ja auch noch nicht das Internet in der heutigen Form und in der Süddeutsche Zeitung, die ich zum dem Zeitpunkt schon im Abo hatte, stand auch nichts dazu.
Eine Zwiebelpizza, die sich als Thunfisch-Pizza entpuppte, besiegelte das Ende meiner vegetarischen Ernährung. Allerdings kehrte ich nicht zurück zu anerzogenen Essensgewohnheiten. Fleisch ist für mich etwas, was ich bewusst esse. Nicht regelmäßig und nicht in Unmengen. Ich weiss, welchen Preis diese Form der Ernährung hat. Für die Tiere genau so wie für die Umwelt. Allerdings bin ich auch davon überzeugt, dass extrem Formen der Ernährung bedenklich sind. Weniger Fleisch ist gut, komplett zu verzichten muss jeder für sich selber abwägen. Kindern es vorenthalten, finde ich bedenklich.

Merkwürdige Veganer

Für „normale“ Veganer bringt ich aus naheliegenden Gründen eine Menge Verständnis auf. Es ist für mich auch völlig unproblematisch, wenn ich welche zu Gast habe, komplett vegetarisch zu kochen. Rezepte habe ich schließlich genügend (siehe oben). es gibt allerdings eine Grenze und die trägt die Bezeichnung „Veganer“. Für mich ist diese Art der „Ernährung“ und Lebensweise ein rotes Tuch. Warum? Weil es für mich stark in Richtung Extremismus geht. Groß sind bei mir auch die Zweifel, ob komplett vegan Ernährung gesund ist. Insbesondere dann, wenn man Ersatzprodukte wie „Wonig“ oder künstlichen „Käse“ zu sich nimmt.
Es gibt einen Grund, warum man von „guter Butter“ in Abgrenzung zur Margarine spricht. Veganer sollte auch mal für paar Minuten über Margarine  und die Werbung von führe mit zahlreichen, mittlerweile verbotenen, Gesundheitsversprechen nachdenken. Der Weltvegetariertag ist da eine gute Gelegenheit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren