Lactoseintoleranz

Lactoseintoleranz

Man hält Lactoseintoleranz nur so lange für einen Modebegriff, bis sie einen selber trifft. Ein Erfahrungsbericht.

Milch macht uns stark

Die Milch macht es, hieß es früher. Mittlerweile wissen wir, dass sie vor allem ein paar nicht so schöne Dinge mit uns und unserem Körper anstellt. Und das hängt im Prinzip damit zusammen, dass Kuhmilch eigentlich für die menschliche Spezis nicht geeignet ist. Aber der Reihe nach. Milch kenne ich von klein auf an. Zu Haus gäbe es immer frische Milch im Kühlschrank und im Keller stand meistens ein ganzer Karton H-Milch zum kochen und backen. Gelegentlich trat sie auch an die Steller der frischen Milch. Getrunken habe ich Milch pur, besonders gerne aber mit Instant-Kakaopulver und später dann mit kaltem Kaffee.
Problem mit Milch hatte ich nie. Ebenso gab es keinen Grund, die tägliche Schulmilch in Zweifel zu ziehen. Klassenweise wurde in der Grundschule ein Kakaodienst bestimmt, der Geld einsammelte und die Abholung der Bestellungen vom Hausmeister organisierte. Der Konsum von Milch wurde sehr stark in Schule gefördert. Weder auf der Realschule noch später auf dem Gymnasium in der Oberstufe bin ich über den Begriff Lactoseintoleranz gestolpert. Ich kannte nicht mal jemanden der jemanden kannte mit einer Milchunverträglichkeit. Es war sogar so, dass wir im Freundeskreis zum Teil ganze frische Milch direkt vom Bauern holten und uns über den Rahm oben in der Flasche freuten. Auch im ersten Semester im Studium holte ich mir gelegentlich Milch vom Biobauernhof in Bethel.

Lactoseintoleranz Ersatzprodukte
Lactoseintoleranz Ersatzprodukt

Lactoseintoleranz entwickelt sich

Es gab nur eine Phase in meinem bisherigen Leben, wo ich zum ersten Mal Probleme it Milch bekam. Das war kurz nach meiner Rohkostphase. Auf einmal Verzug ich die Vorzugsmilch nicht mehr so gut. Vor allem aber, ich fand ihren Geruch unerträglich. Milch trank ich seit dem niemals mehr so, sondern immer nur als Zusatz im Kaffee. Andere Schwierigkeiten mit Milch gab es seit dem nicht. Wenn ich Müsli aß, dann mit Milch. Käse mochte ich auch immer schon und Joghurt gab es mindestens einmal in der Woche — das ließ erst nach, als die Selbermachphase zu einem Übermaß an Joghurt führte. Vielleicht ist das ja auch ein möglicher Auslöser gewesen.
In den letzten Monaten vertrage ich Kaffee mit Milch nicht besonders gut. Wenn ich ihn morgens trinke, darf die Toilette nicht weit sein. Es ist auch egal, ob Milch im Kaffee ist oder als Milchschaum auf meinem Espresso. Und ja, auch Joghurt im Müsli hat den gleichen negativen Effekt. Über Leute, die eine angebliche Lactoseintoleranz haben, lächelte ich bisher immer. Bis bei meiner Frau feststand, dass sie auch eine hat. Ob aus Solidarität oder anderen Gründen, bei mir erhärtet sich der Verdacht, dass ich auch eine entwickelt habe. Was ich mir ehrlich gesagt doch nicht erklären kann. Denn eigentlich ist der Umstand, dass wir Europäer Milch vertragen, ein genetischer Defekt. Entsprechend hat man eine Lactoseintoleranz von Geburt an. Aber ihre Symptome können sich auch erst später im Erwachsenenalter zeigen. Es reicht ein auslösendes Elemente und von einem auf den anderen Tag verträgt man keine Milch mehr. Man spricht in dem Zusammenhang von einer erworbenen (sekundäre) Laktoseintoleranz. Damit muss ich jetzt lernen umzugehen.

Ersatzprodukte

Gute Erfahrungen in Bezug auf Müsli habe ich mit Orangensaft gemacht. Das gibt zudem noch einen zusätzlichen Vitamin-Kick. Sojamilch schmeckt mir weder im Kaffee noch im Müsli. Sie ist ehrlich gesagt ziemlich eklig. Am besten ist da noch Hafermilch, die sich auch sehr gut in Verbindung mit Kakao macht. Es gibt sie sogar zum aufschäumen, aber die Variante schmeckt nur meiner Frau, mir jedoch nicht.
Im Alltag kann ich auf Joghurt genau so wie auf Milch verzichten. Nur morgens im Kaffee halt nicht. So lange ich keinen mehr schmeckenden Ersatz gefunden habe, muss ich mit den Konsequenzen leben.

2 Replies to “Lactoseintoleranz”

  1. Fies, aber wohl machbar. Eine Freundin schwört hier ja auf irgendwelche Tabletten, die es rezeptfrei gibt. Gibt’s bei uns nen leckeren Nachtisch mit Milch, wirft sie eine ein und hat keine Probleme. Vielleicht nix, was man jeden Morgen machen will, aber für’s leckere Eis nachm Spaziergang…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren