Automata im Spiel

Automata im Spiel

Brettspiele alleine zu spielen hört für viele langweile an. Erstaunlicherweise ist das mit dem Automata bei Scythe ziemlich interessant.

Solomodus bei Brettspielen

Fangen wir an mit einem Geständnis. Was Solovarianten bei Brettspielen angeht, war ich bisher ziemlich skeptisch. Und nicht nur das. Aus meiner Sicht sprach bisher eine ganze Reihe von Punkte dagegen, ein Brettspiele alleine zu spielen. Für mich sind Brettspiele immer etwas, was verbunden ist mit Geselligkeit, Kommunikation und anderen menschlichen Mittspielern. Wenn ich alleine für mich spielen will, werfe ich meine Xbox one an. Das spart auch den Aufwand beim Aufbau wie etwa bei Spielen wie Scythe. Bei einer Konsole muss ich kein Karten mischen und hinterher auch nicht den Tisch wieder freiräumen. Allerdings hat so eine Konsole auch einen Nachteil. Bei schönstem Herbstwetter wie gestern und heute davor zu hocken, liegt mir nicht. Zumal ich die Sonne zum spielen an der Xbox dann in unserem Wohnzimmer aussperren muss.
Da meine Frau und ich ehedem vor hatten, an diesem Wochenende Scythe zu spielen, baute ich also gestern schon mal alles auf. Geplant war, die kooperative Variante in der Erweiterung „The Rise of Fenris“ zu spielen — die Kampagne haben wir inzwischen bereits durch. Da Unterrichtsvorbereitungen meine Frau länger als gedacht an den Schreibtisch fesselten, las ich mir zur Überbrückung der Wartezeit die Regeln zum Automata bei Scythe durch.

Automata bei Scythe
An den Rand gedrängt

Spielen mit dem Automata

Bereits dem Grundspiel von Scythe liegt eine Anleitung für die Spielvariante Automata bei. Damit kann man alleine gegen einen durch Karten gesteuerten nichtmenschlichen Gegner spielen. Nach dem lesen der Anleitung hielt sich bei mir noch eine gewisse Skepsis, aber meine Neugier war zumindest geweckt. Leider hatte ich auch noch eine ganze Menge Fragezeichen im Kopf. Der Automata folgt eine Rehe von Bewegungsregeln, die nicht ganz einfach sind — zumindest nicht, wenn man sich zum ersten Mal dran wagt. Für den Anfang entschied ich mich für das Niveau „Autometta“, der einfachste Bot, so zusagen. Ob ich bei meiner ersten Partei alles richtig gemacht habe, ich glaube nicht. Jedenfalls, gewonnen habe ich gestern mit 66 zu 58 Punkten.
Für die zweite Partei gestern gegen den Automata fand ich die App ScytheKick. Die Grundversion ist kostenlos, aber man merkt schnell, dass man noch ein paar Münzen ausgeben muss, um Unterstützung bei der Solovarinate zu bekommen. Mit eingestelltem Schwierigkeitsgrad „normal“ bekam ich dann eine heftig Klatsche verpasst und verlor mit 23 zu 82 Punkte. Dabei wurde ich ziemlich in die Enge gedrängt — im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Spielertableau „Militant“ sehr anspruchsvoll zu spielen ist, da gibt es wesentlich einfacherer. Die Niederlage gerade eben sah dann schon besser aus, mit 62 zu 79 Punkten, aber immer noch verloren.

Ersteindruck

Die ersten drei Partien gegen den Automata hinterließen bei mir einen guten Eindruck. Auch wenn der Mechanismus etwas Einarbeitungszeit benötigt, ist er gut gelungen und eine reizvolle Variante. Man muss nur aufpassen bei den ersten Spielen, dass man sich nicht zu sehr auf den Automata konzentriert und seine eigene Nation vernachlässige in der Bemühung, alles richtig zu machen. Gespannt bin ich auch, wie die Mehrspieler Automata-Variante aus „The Rise of Fenris“ sich spielt. Sie ist dazu gedacht, mit mehr als einem automatisch gesteuerten Gegnern zu spielen und / oder auch mit anderen menschlichen Mitspielern zusammen.
Wer bisher Scythe noch nicht als Solospiel erlebt hat, sollte das unbedingt nachholen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren