VERTUO dich nicht

VERTUO dich nicht

Einer der weltweit größten Firmen zu Privatisierung von Trinkwasser hat gestern ihr neues System für Kaffee in Kapseln vorgestellt. Mit VERTUO will man neue Dimensionen erreichen.

Mehrfach atemberaubend

Kaffee in einer neuen Dimension verspricht Nespresso (gehört zum Nestlé-Konzern) mit der neuen VERTUO. Die Maschine ist kein weiteres Modell in der bisherigen Reihe, sondern eine komplette Neuentwicklung. Das Original-Kaffeesystem ist etwas in die Jahre gekommen. Aber nicht nur das, der Hersteller hat wohl auch mittlerweile sämtliche juristischen Auseinandersetzungen über Nachahmer bei den Kapseln verloren. So kann man für seine Nespresso-Maschine in gut sortierten Supermärkten Kaffee-Kapseln aus Aluminium von Jacobs kaufen. Mit anderen Worten, Nespresso schwimmen langsam die Felle davon. Daher hat man wohl reagiert und zeigt mit VERTUO eine Maschine, die komplett andere Kapseln benötigt. Da man offensichtlich auch aus der Vergangenheit gelernt hat, sind die Kapseln wie schon bei anderen Systemen auch mit einem Barcode versehen. Damit soll der Lieblingskaffee schnell und unkompliziert zubereitet werden. Daneben wartet die Maschinen mit technischen Schnick-Schnack auf und erzeugt eine Monster-Crema — die kein Mensch so wirklich bracht, denn mit der Crema verhält es sich wie mit dem Schaum beim Bier. Kommen wir aber zurück zum Lieblingskaffee. Den muss man sich nämlich unter den zur Zeit 25 angebotenen Sorten aussuchen.

VERTUO Symbolbild — echte Bohnen nicht enthalten
Pezibear / Pixabay

Gelddruckmaschine VERTUO

An dieser Stelle zeigt sich dann das hässliche Gesicht der ansonsten schick anzusehenden VERTUO. Die Kapseln sind nämlich teuer. Richtig teuer. Schon bei der bisherigen Nespresso war das bei uns zu Hause letztendlich der Grund, warum wir uns eine Siebträgermaschine  angeschafft habe. Und dar war es noch so, dass man etwa beim Kazar mit 10 Kapsel für 4,20 Euro 50 g Kaffee bekommen hat. Nimmt man bei der VERTUO etwa Alto Dolce, kosten zehn Kapsel 7 Euro. Dafür bekommt man dann 12,5 g Kaffee. Nein, das ist kein Scherz und auch kein Tippfehler. Für 250 g Kaffee zahlt man entsprechend — ab besten mal selber ausrechnen, dann tastet man sich auch vorsichtiger an das Schockerlebnis heran.
Für den Preis kann ich sehr, sehr viel Kaffee von Röstereien aus Köln oder anderswo kaufen. Hochwertige Sorten mit individueller Rüstung und sympathischen Menschen dahinter. Was Nespresso mit der neuen Maschine wirklich vorgestellt hat, ist eine Gelddruckmaschine. Wobei die VERTUO ja kein Geld druckt, sondern Kunden melkt. Aber wen wundert das beim einem Konzern, der Gemeinden ihr Trinkwasser abgräbt um es den Menschen dann für viel Geld in Flaschen zu verkaufen? Freilich, ob der Kaffee aus der VERTUO schmeckt, kann ich nicht beurteilen. Das will ich auch gar nicht. Für mich stellt sie nicht Kaffee, sondern Ausbeutung in einer neuen Dimension dar.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren