Codenames für ein Barcamp

Codenames für ein Barcamp

Brettspiele auf einem Barcamp sind selbstverständlich unvorstellbar. Für so was wie Codenames findet sich garantiert niemand.

Kühne Idee

Wäre ich von der Behauptung felsenfest überzeugt gewesen, hätte ich die kühne Idee am vergangenen Freitag schnell wieder verworfen. So aber war ich neugierig genug, auf das BarCamp Köln Codenames mitzunehmen. Vielleicht ließe sich draus ja eine Session machen, so meine Hoffnung. Titel der Session sollte sein: „Kreativität im Spiel“. Wahnwitzig genug hatte ich auch noch einen pädagogischen Anspruch, den ich so formulierte: „Anhand des Spiels Codenames können bis zu 10 Teilnehmer entdecken, wie man unter Zeitdruck Kreativität entwickeln kann. Anschließend kann über (Brett-)Spiele als Möglichkeit, Kreativität und Lösungsfindungskompetenz zu trainieren, diskutiert werden.“
Direkt am Freitag in die Tabelle mit den Sessionvorschlägen gepackt, um nicht noch am Samstag morgen zurückschrecken. Das Spiel machte es mir dann auch noch sehr leicht, weil es genau in meine Tasche passte — ein Rucksack wäre jedoch besser gewesen, aber dazu komme ich später noch mal.
In Hinblick auf das BarCamp Köln war es im Übrigen das erste Mal, dass ich auch vorab meine Frau überzeugen konnte, mitzukommen. Am ersten Wochenende nach den Sommerferien ist so was noch möglich.

Du bes Codenames
Du bes Codenames

Codenames als Session

Auf dem Weg zum Barcamp diskutierten wir (auch meine Frau ist kein Barcamp-Neuling), wie man eigentlich einem völlig Unbeteiligten erklären kann, was so ein Barcamp  ist. Es ist auf jeden Fall keine Konferenz, da waren wir uns einig. Es ist aber ähnlich schwer zu vermitteln, wie autofreies Leben — das Thema greif ich gleich auch noch mal auf. Zuerst aber zur Session mit Codenames und  meinen Eindrücken als Teilnehmer bei anderen Sessions.
Bereits bei der Vorstellung der Session am Samstag überraschte mich es, dass sich Menschen für Codenames meldeten. In der Session selber kannte die Hälfte der Personen das Spiel noch nicht. Für mich auch spannend, die Regeln zu erklären. Warum? Weil es einer der wenigen Spiele ist, wo ich die enorm viele Parteien selber gespielt habe, ohne jemals in die Regeln zu blicken. Da Codenames im Freundes und Bekanntenkreis immer irgendjemand schon kannte und die Regeln auch recht einfach sind, war es nie erforderlich. Daher musste ich das Regelstudium vor der Session noch nachholen.
Die erste Session hat ziemlich viel Spaß gemacht, gerade weil man sich vorher noch nicht kannte. Da der Wunsch aufkam, noch mal zu spielen, bot ich die Session am Samstag Nachmittag noch mal an. Diesmal kamen noch mehr. Da es die letzte Slot für Sessions am Samstag war, verlängerten wir die Spielrunde über die Pizzaschlacht hinaus.

Wiederholungstäter

„Bringst du das morgen wieder mit?“, wurde ich am Ende des Tages gefragt. Nein sagen mochte ich da natürlich nicht. Bei der ersten Session mit Codenames direkt um 11 Uhr waren wir dann aber zu wenig zum spielen. Dafür diskutierten wir dann etwas über die Meta-Ebene von Codename. Britta  brachte es dabei gut auf den Punkt. Einen Oberbegriff zu finden, ist im Prinzip nichts anderes als bei WordPress für Themen eine Kategorie zu finden. Und wenn man dann darüber etwas nachdenkt, dann hat Codenames eigentlich auch einiges mit SEO zu tun.
Mutig verschob ich den Session-Zettel auf den Nachmittag. Siehe da, es wurde wieder schön voll und es waren auch ein paar neue Gesichter darunter. Mittlerweile wurde mir klar, wie gut Codenames tatsächlich auf ein Barcamp passt. Eigentlich müsste man für Barcamps das Spiel grundsätzlich dabei haben, für alle Fälle. Noch interessanter wer es, in einem Rucksack noch ein paar andere Spiele dabei zu haben. Zudem würde dann dort auch die Tasse reinpassen, die man für das Halten einer Session bekommt — man müsste dann diese nicht ständig in der Hand mit sich herumschleppen. So ein paar weitere verrückte Idee sammeln sich bereits bei mir. Bei nächster Gelegenheit werde ich eine Session mit Two Rooms and a Boom anbieten. Eigentlich sich bestimmt zum Tagesausklang.

Sternstunden in 45 Minuten

Luft genug auch andere Sessions zu besuchen, blieb auch noch. Spannend fand ich „Wie baue ich eine native App in 5-20 Minuten“ von @nerduser83 genau so wie „Wordpress Gutenberg für Anfänger“ von @prwebcare. Gerade diese Session hat bei mir den Stein hinsichtlich Gutenberg endgültig ins Rollen gebracht. Letzte Jahr trug mich ja noch die Hoffnung, Gutenberg würde sich nicht durchsetzen. Jetzt sehe ich sogar viele Vorteile in Gutenberg.
Die Session am Sonntag von @irrewirre zum Thema „Erste Hilfe“ nehme ich als Anstoß, mich ernsthaft um einen Auffrischungskurs zu kümmern. Überfällig ist das schon mindestens genau so lange wie die Auffrischung meiner Tetanus-Impfung.
Philipp brachte am Sonntag die Session „Wortlose Kommunikation ‚Magic Maze‘“ ins Spiel. Auch großartige, um Teamprozesse zu verdeutlichen.
Vielleicht sollte ich das mit der Sternstunde noch mal verdeutlichen um Missverständnis zu vermeiden. Die hatte ich eigentlich am Samstag. Am den Moment werde ich mich noch lange schmunzelnd erinnern. In einer Runde mit Codenames sollten Star und Ringe geraten werden. Der „Geheimdienstchef“ nannte als Codewort „Saturn“. Die Ringe wurde sofort richtig geraten. Über Star wurde abgehenden diskutiert, den Saturn ist schließlich ein Planet. Plötzlich tippte jemand aus dem Team auf das Wort „Drucker“. Blankes Entsetzen im Gesicht des Geheimdienstchefs und der anderen Teammitglieder. Die Begründung dann für „Drucker“: Die kann man doch bei Saturn kaufen. Ich denke, hier sieht man sehr gut, warum das Spiel auf jeden Fall auf ein Barcamp gehört.

Autofreie Session

Da das mit der erstens Session von mir am Sonntag morgen nicht klappte, ergab sich die Gelegenheit zu einem Gespräch mit Stefan. Ich erzählte von meiner Idee zu einer Session über autofreies Leben. Mir wurde im verlauf klar, dass es wirklich etwas ist, worüber ich einiges erzählen kann und worüber sich auch im Anschluss kontrovers diskutieren lässt. Das bereitet ich auf jeden Fall für ein nächste Barcamp vor, denn dazu möchte auch gerne etwas Hintergrund liefern und vor allem Bilder zeigen, damit man sich die Situation etwa hier vor Ort in Nippes auch besser vorstellen kann.
Insgesamt fand ich das BarCamp Köln mal wieder rundum gelungen. Viel Inspiration und Kraft getankt, die mich noch einige Wochen tragen werden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren