Zwiebelkuchen Neuauflage

Zwiebelkuchen Neuauflage

In die Kategorie Begriffspaare gehören in jedem Fall Federweißer und Zwiebelkuchen. Beides ist genau so untrennbar miteinander verbunden wie Himmel un Ääd.

Eine Tradition

Ende August, Anfang September beginnt der Altweibersommer . Für mich nach wie vor die schönste Jahreszeit, die nahtlos in die ersten Herbsttage übergehen kann, bevor sich dieser von seiner schäbigen Seite zeigen wird. Zum Altweibersommer passen meiner Meinung ja auch ganz hervorragend Lebkuchen und Dominosteine, aber hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit ist man den Supermärkten hilflos ausgeliefert.
Und ob die wirklich schon bei Temperaturen um die 20 Grad schmecken, darüber ließe trefflich kontrovers diskutieren. Beim Zwiebelkuchen ist dagegen keine Diskussion notwendig. Der gehört einfach zum Altweibersommer dazu. Wie schon einleitend erwähnt, ist Federweißer damit untrennbar verbunden — jedenfalls für mich. Bei diesem Getränkt ist man auf die Winzer angewiesen und diese hängen am Wetter. Je nach dem, wie der Sommer war, triff man auf der ersten ordentlichen Federweißer erst Anfang Oktober. Mit „ordentlich“ schließe ich hier mal das dubiose zeug aus dem Supermarkt mit Schraubverschluss aus.

 

Zwiebelkuchen mit Hefeteig
Zwiebelkuchen mit Hefeteig

Zwiebelkuchen mit Hefeteig

Dank eines sehr heißen Sommers (einen Vorteil muss er ja haben) gab es die erste Traubenernte bereits in den letzten Augustwochen. Mit dem Ergebnis, dass wir beim Weinhändler unseres Vertrauens bereist am vergangen Freitag Federweißer der diesen Namen auch verdient kaufen konnten. So weit ich mich erinnern kann, konnten wir damit zum ersten Mal im August Zwiebelkuchen backen und dazu Federweißer trinken.
Beim Rezept für den Zwiebelkuchen sind wir aber mittlerweile von unsere klassischen Variante  mit Quark-Öl-Teig abgerückt und beim Hefeteig gelandet:

Zutaten
Für den Teig
450 g Mehl
1 Pk. Trockenhefe
Zucker
Salz
50 weiche Butter

Für den Belag
4 Eier
250 ml Schlagsahne
Salz
Muskat
Pfeffer
6 TL Thymian
1kg Zwiebeln
300 g Baconwürfel
1 El Öl
300g geriebener Käse

Zubereitung
Mehl, Hefe, etwas Zucker und 1/2 TL Salz in eine Schüssel geben. Zusammen mit 220 ml lauwarmen Wasser und der Butter zu einem Teig verkneten. Anschließend mit den Händen daraus eine Kugel formen.
In der Schüssel mit einem Tuch abgedeckt etwa 30 Minuten aufgehen lassen — am besten im ausgeschalteten Ofen, da kommt dann auch keine Zugluft an den Teig.
Anschließend ein Backblech leicht einfetten und den Teig drauf ausrollen. Dabei den Teig an den Rändern etwas nach oben ziehen.

Eier und Sahne verquirlen und mit Salz, frisch geriebener Muskatnuss und Pfeffer würzen.

Zwiebeln schälen, halbieren und in Streifen schneiden. Zusammen mit dem Bacon in zwei Portionen würfeln. In einer Pfanne glasig andünsten. Jede Portion mit 3 TL Thymian bestreuen, unterheben und mit einer Schöpfkelle aus der Pfanne heben — das reduziert die Flüssigkeit.
Die Füllung auf dem Teig verteilen, Käse darüber streuen und die Eier-Sahne gleichmäßig darüber gießen.

Im heißen Ofen bei 200 Grad (Umluft nicht empfehlenswert) in der Ofenmitte etwa. 30 Min. backen.

Anders als der Quark-Öl-Teig liegt der Hefeteig nicht so schwer im Magen, der Zwiebelkuchen schmeckt auch nicht so stark nach Teig. Im Übrigen, was Himmel un Ääd angeht, die ich eingangs erwähnt: das Gericht ist so gar nicht mein Fall, besonders nicht in der typischen Kölner Begleitung mit Flönz.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren