Nachbarn mit Forke

Nachbarn mit Forke

In Großstädten scheinen Nachbarn öfter eine Unterkategorie von Feinden zu sein. Oder sogar eine Steigerung, also Freund, Feind, Nachbar.

Alles relativ

Natürlich sind Nachbarn nicht gleich Nachbarn. Wir haben hier in der Siedlung zum Beispiel eine ganze Reihe sehr netter Nachbarn. Die nehmen Pakete für einander an, organisieren eine Art „Urlaubsvertretung“, die sich um die Pflanzen in der Wohnung und auf den Balkon kümmern. Und vieles mehr. Es gibt aber auch Zeitgenossen, die einfach über mehre Stunden eine Schlagbohrmaschine betreiben, ohne Bescheid zu sagen. Genua die stehen dann sofort vor der Tür und klingeln Sturm, wenn man selber es wagt, einen (1!) Nagel in die Wand zu hauen.
Der Trick im Umgang miteinander ist, miteinander zu reden statt nur übereinander. Nachbarn sind auch nur Menschen. Begegnet man sich auf Augenhöhe, lassen sich viele Dinge unkompliziert lösen — ohne dauerhafte Feindschaften. Selbstverständlich leben wir nicht in einer idealen Welt, wäre auch schlecht für die ganzen Anwälte.
Aber egal, mit unseren Nachbarn gibt es zur Zeit keine Probleme — kein Wunder, die meisten sind ja auch noch im Urlaub. Bei der Hitze sicher das Beste. Diese Hitze scheint bei anderen Mitmenschen jedoch schon deutliche Schäden hinterlassen zu haben. Schlimmer wäre es, wenn bestimmte Verhaltensweise angeboren oder erlebt wurden.

Verkehrsberuhigte Nachbarn
CopyrightFreePictures / Pixabay

Nachbarn mit Lynchlaune

In der Facbekook-Gruppe für Nippes bin ich gestern über einen befremdlichen Beitrag gestolpert. Im Sechzigviertel gibt es eine Straße, in der nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt ist. Wir alle kennen das entsprechende Verkehrsschild, welches auf einen verkehrsberuhigten Bereich hinweist. Leider lässt sich das Schild auch auf Grund der verwendeten Symbole falsch interpretieren — nämlich als Spielstraße (für Kinder). Tatsächlich kennen die deutschen Verkehrsregeln keine Spielstraße.
Wie dem auch sei, es kommt wohl auf Grund einer benachbarten Eisdiele häufiger dazu, dass vor den Häusern Kinder laut spielen. Daher haben Anwohner unter das Verkehrsschild zwei Zettel aufgehängt. Sachlich und ruhig formuliert, soweit ich das beurteilen kann. Denn auf dem geposteten Foto kann man einen Teil lesen. Dafür die Antwort der Nachbarn (oder wer auch immer sie aufgehängt hat) um so besser:

Der arrogante Verfasser dieses dämlichen Textes, soll einfach mal auf das Schild am Eingang der Einliegerstrasse schauen. Dort steht Spielstraße. Zieh aufs Land!!!

Den Fehler mit der Spielstraße hatten wir ja schon. Sprüche wie „zieh aufs Land“, wenn man mal wagt, den Mund aufzumachen und sich nicht alles gefallen zu lassen, finde ich persönlich ja zum kotzen. Und über das Komma reden wir mal einfach gar nicht.

Nicht reden hilft nicht

Charmant war dann, wie man sich in der Gruppe förmlich an der Sache aufgegeilt hat. Ganz offensichtlich wohnen in Nippes auch viele so genannte Nachbarn, die gerne anders denken mit Feuer und Forke aus der Stadt treiben möchten. Anders denken meint hier, alle die nicht 24 Stunde Party machen wollen und die so dämlich sind, ihren Müll zu entsorgen statt ihn einfach auf den Boden fallen zu machen — so wie das fast jeder hier macht.
Mit einem geeigneten Moderator ließe sich in der Gruppe eine Eskalation vermeiden. Statt dessen ist mir ein Admin aufgefallen, der auch noch Öl ins Feuer gießt — an anderer Stelle habe ich ihn schon als wenig besonnen Zeitgenossen erleben dürfen.
Zurück aber zum eigentlichen Problem. Manchen Menschen meinen, Kinder dürften grundsätzliche alles. Klar müssen die nicht schweigend still sitzen. Aber es Grenzen, die man ihnen durchaus aufzeigen muss. Rücksichtnahme lernt man nämlich nicht erst als Erwachsener.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren