Landpartei, Teil 8

Landpartei, Teil 8

Wider Erwarten schmeckte der Kaffee besser als befürchtet. Dagegen konnte der Blechkuchen nicht mithalten. Hedwig blickte sich um. In der typischen beigen Uniform schob sich eine Schlange Rentner durch den Buffet-Parcour. Bei den Suppen gab es ein Gedränge. Dann wurde es laut, als das letzte Brötchen aus dem Körbchen auf dem Tablett eines Seniors landet, wo bereits ein weiteres lag.

Für Hedwig spielte das keine Rolle, sie interessierte sich für die Toiletten. Der viele Kaffee forderte seinen Tribut. Sie stand auf und orientierte sich kurz. Der Beschilderung folgend fand sie die Örtlichkeiten. Hier gab es keine Schlange.

Landpartie Zurückgelassen
byrev / Pixabay

Mehr als ein paar Minuten später kehrte Hedwig erleichtert zurück zum Platz. Allerdings hielt die Erleichterung nicht lange. Dort wo sie und die anderen drei Frauen noch eben gesessen hatten, nahm gerade ein Teil der Seniorengruppe Platz.

Hedwig stürzt zur Tür und lief rüber zum Parkplatz. Zweimal lief sie ihn ab, aber das rote Auto von Waltraud verschwunden. So als hätte ein Kind in einem von den Eltern unbeobachteten Moment die ganze Bratwurst verschluckt. Einfach weg. leerer Teller, leerer Parkplatz.

Nur ihre Handtasche hatte Hedwig dabei, den Blazer hatte sie im Auto gelassen. Genau so wie den Koffer. Es wäre auch ungewöhnlich gewesen, den mit ins Restaurant zu nehmen. Ganz leer fühlte sich für einen Moment im Kopf von Hedwig an. Dann breitete sich dort die Panik aus.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren