Landpartie, Teil 3

Landpartie, Teil 3

Die Stimmung am Tisch kippte schneller um, als die halbleere Flasche Schnaps, gegen die Hedwig stieß. Die Spielkarten wurden nass, denn niemand scherte sich um den Schnaps. Man belauerte sich gegenseitig und hatte giftige Sätze auf der Zunge liegen.
„Vielleicht ist die Idee ja doch gar nicht so schlecht.“ Hedwig konnte ihre Karten nicht mehr retten. Aber sie versuchte es mit der gemeinsamen Freundschaft der Frauen.

Landpartie Beweggründe
nile / Pixabay

Zwei Wochen später hielten alle die Idee für deutlich besser, als sie am Tichu-Abend geklungen hatte. Nach einer weiteren Woche stand der gemeinsame Entschluss fest. Zu viert würden sie in Ostdeutschland auf Männerfang gehen. Wobei Waltraud aus gutem Grund vermied, die Aktion genau so zu nennen. Jede der vier Frauen hatten einen anderen Grund, warum sie sich auf diese Abenteuer einlassen wollte. Bei Waltraud stand ganz klar ein neuer Mann im Vordergrund, besser gesagt eine heiße Affäre, die sie sich erhoffe.
Dagegen wollte Hildegard nur einfach mal was anderes sehen. Weite Teichlandschaften, sogar Gebirge sollte es dort geben. In der Stadtbücherei besorgte sie sich Bücher über die Oberlausitz. Fast wirkte sie wie frisch verliebt.

Marlies wollte keinen neuen Mann, sondern Gurken. Die Lausitzer waren berühmt für ihre Gurken. Genauer gesagt für die Spreewaldgurken. Vielleicht würden sie gerade dann in der Lausitz sein, wenn dort der 20. Spreewälder Gurkentag gefeiert wurde.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren