Jahrhundertsommer in Nippes

Jahrhundertsommer in Nippes

Ganz Deutschland leidet unter einer Hitzewelle. In Nippes spricht man von einem Jahrhundertsommer. Kinder freuen sich, Erwachsene stöhnen.

Maßlose Übertreibungen

Die Einleitung ist vermutlich eine maßlose Übertreibung. Ganz Deutschland leidet nicht unter einer Hitzewelle. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes Inseln der Glückseligen, wo man erträglicheer Temperaturen hat. Dazu dann nicht Strand und Wasser, so etwa auf Borkum. Bleibt zu hoffen, dass wir, wenn wir dort Urlaub machen, noch ein kleines Stück davon abbekommen. Und nicht wieder im Regen ersaufen. Das ist nämlich die Schattenseite eines Jahrhundertsommers. Irgendwo muss es regnen. Das wird es auch, was mir ein sehr ungutes Gefühl gibt.
Zuerst aber zurück zum Jahrhundertsommer. Man spricht in diesem Zusammenhang ja häufig von „seit Beginn der Wetteraufzeichnungen“. Zumindest seit dem ich hier in Nippes wohne, war es noch nie so heiß. Und auch noch nie so viel Grünzeug verbrannt. Aber wer bin ich schon, ich jammere ja bereits, wenn das Thermometer über 26 Grad klettert. Lieder wie „wann wird es endlich wieder richtig Sommer“ sind schön und nett, verklären aber einen Sommer, den es so nicht mehr gibt. Die von früher, an die ich mich erinnere, waren nie so gnadenlos. Allerdings muss ich dazu sagen, dass Wesel mit seinem genialen Auesee auch so etwas wie eine Insel der Glückseligen darstellte. Zumindest bis man in die „Sturm und Drang Phase“ kommt und einem die Stadt zu klein wird. Das Thema hatten wir allerdings auch schon mal hier im Blog.

Jahrhundertsommer mit Folgen
Hermann / Pixabay

Jahrhundertsommer mit Folgen

Zurück aus der Vergangenheit in die Gegenwart, zum Jahrhundertsommer — zumindest den gefühlten. Im Übrigen, was mir so ganz nebenbei aufgefallen ist. Die Vorhersagen in meiner Wetter-App sind ziemlich wage und häufig falsch. Das Jahresabo lohnt sich nicht wirklich, man kann auch einfach würfeln. Gestern sollte es etwa in Nippes regnen, begleitet von heftigen Gewittern. Tja, und was gab es? Ein paar Tropfen, die das Giessen der Blumen auf dem Balkon nicht überflüssig machten. Dazu ein leichtes zweimaliges Grummeln.
Vielleicht passiert so was im Jahrhundertsommer. Den Meteorologen steigt auch die Hitze zu Kopf. Für die Vorhersage nimmt man dann irgendwelche Schaubilder aus vorherigen Jahren. Scherz beiseite, ich sprach bereits vom Regen und meiner Befürchtung. Zweimal, seit dem wir hier wohnen, hieß es in der autofreien Siedlung bereits „Land unter“. Vor etwas über einem Jahr war es auch tagelang sehr trocken, dann schüttete es wie aus Eimern. Der Boden kann dann so viel Wasser nicht aufnehmen. Das Wasser sucht sich dann einen anderen Weg, zum Beispiel den über die Fahrradrampe in die Keller.

Angst vor Regen

Während ich in den Tagen vor dem Urlaub auf Regen hoffe, zumindest in der Form, dass der Boden langsam auch mehr Wasser vorbereitet wird, sieht es im Urlaub dann anders aus. Selber auf Borkum weilend hoffe ich dann, dass der Jahrhundertsommer in Nippes anhält. Ein Anruf der Nachbarn, dass die Keller wie unter Wasser stünden, würde den Urlaub unangenehm verkürzen.
Natürlich haben wir es trotz guter Vorsätze nicht geschafft, alles im Keller so aufzuräumen, dass fünf Zentimeter Wasser keine Spuren hinterlassen würden. Hört sich nicht nur blöd an, ist es auch.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren